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Corona global: Wie ein Virus die Welt verändert

Corona global : Wie ein Virus die Welt verändert

Wo breitet sich das Coronavirus gerade am rasantesten aus? Wo sind die Gegenmaßnahmen am härtesten und die Folgen am dramatischsten? Aber auch: Wo gibt es Hoffnung?

So ein Osterfest hat es wohl noch nie gegeben: Keine größeren Feierlichkeiten, kaum Gottesdienste weltweit. Der Papst bleibt beim Abendmahl am Gründonnerstag fast alleine. Ein Blick auf die Corona-Lage rund um den Globus.

VATIKAN Normalerweise reisen Tausende Gläubige aus aller Welt zur traditionellen Karfreitags-Prozession nach Rom. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie vom Kolosseum auf den Petersplatz verlegt – ohne Pilger. Für sie wurde stattdessen ein Live-Stream im Internet organisiert. Bei der Prozession werden das Leiden Jesu und sein Weg zum Tod am Kreuz traditionell in 14 Stationen nachgestellt. Schon beim feierlichen Abendmahl am Gründonnerstag war Papst Franziskus im Petersdom fast alleine. Mit ihm begingen nur wenige kirchliche Würdenträger die traditionelle Messe.

ÖSTERREICH Wien wird ab dem Osterwochenende zunächst vier Straßen für Autos quasi sperren und den Menschen so mehr Platz für Spaziergänge und Entspannung geben. In den kommenden Wochen sollen fünf weitere Straßen folgen. Diese Begegnungszonen entstehen vor allem in Bezirken der österreichischen Hauptstadt, in denen es wenige Parks oder Freiflächen gibt. Autos dürfen diese Zonen dann mit maximal 20 Stundenkilometern durchfahren.

In Österreich hat sich die Zahl der neuen Sars-CoV-2-Infektionen in den vergangenen Tagen durchaus positiv entwickelt, die tägliche Zuwachsrate liegt stets unter drei Prozent. Ab kommenden Dienstag öffnen daher in der Alpenrepublik wieder kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte. Im Gegenzug muss bei Lebensmitteleinkäufen und künftig neu auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

RUSSLAND Die russische Hauptstadt Moskau schließt für die nächsten Wochen ihre Friedhöfe. Bürgermeister Sergej Sobjanin begründet den Schritt mit dem Osterfest, das in mehreren orthodoxen Kirchen erst eine Woche später als in Deutschland gefeiert wird. Viele Russen richten am Sonntag vor Ostern die Gräber ihrer Verstorbenen nach dem Winter her. Nicht wenige nutzen die Anlagen auch für Spaziergänge, weil bereits alle Parks geschlossen wurden.

FRANKREICH In Frankreich spitzt sich die Corona-Krise besonders in den Pflege- und Altersheimen zu. Bis Donnerstag starben dort offiziellen Angaben zufolge mehr als 4160 Menschen – das ist gut ein Drittel der insgesamt mehr als 12 200 bisher verzeichneten Todesfälle im Land. Es sei eine „beispiellose Herausforderung“, sagte die Generaldirektorin der Pflegeheim-Kette Korian, Sophie Boissard, am Freitag dem Radiosender RTL. In den Einrichtungen der Gruppe mit landesweit rund 23 000 Bewohnern habe es bereits 356 Todesfälle gegeben.

USA US-Präsident Donald Trump hofft trotz dramatischer Todeszahlen in den USA auf eine baldige Besserung in der Krise. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir auf dem Gipfel des Hügels sind. Und jetzt gehen wir herunter. In einigen Fällen haben wir diesen Prozess schon begonnen“, sagte US-Präsident Trump. Doch alleine am Donnerstag starben nach Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore aber 1783 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie stieg damit auf rund 16 500 – mehr als Spanien und schon fast so viele wie in Italien.

SÜDKOREA Aus Asien kommen weiter gute Nachrichten in der Krise. Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erstmals seit Februar auf unter 30 gefallen. Am Donnerstag seien nur 27 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl stieg damit auf 10 450. Es wurden 208 Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Zum ersten Mal wurde kein Infektionsfall aus der südöstlichen Millionenstadt Daegu gemeldet, die im Mittelpunkt des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 stand – quasi das südkoreanische Wuhan. Über die Hälfte aller Fälle im Land wurde in Daegu registriert.