Waldbrände in Russland bedrohen weiteres Atomzentrum

Moskau. Russland bekommt die Waldbrände, die seit Wochen im europäischen Teil des Landes wüten, nicht in den Griff. Im Ural bedrohten die Flammen erneut eine Atomanlage, die Behörden verhängten den Notstand. Die zehn Millionen Einwohner der Hauptstadt Moskau waren gestern weiterhin giftigem Smog ausgesetzt, in anderen Regionen befürchten die Behörden mittlerweile Epidemien

Moskau. Russland bekommt die Waldbrände, die seit Wochen im europäischen Teil des Landes wüten, nicht in den Griff. Im Ural bedrohten die Flammen erneut eine Atomanlage, die Behörden verhängten den Notstand. Die zehn Millionen Einwohner der Hauptstadt Moskau waren gestern weiterhin giftigem Smog ausgesetzt, in anderen Regionen befürchten die Behörden mittlerweile Epidemien.In der Stadt Osjorsk im Ural teilten die Behörden in einer Erklärung mit, die Flammen näherten sich der Anlage von Majak, wo atomare Abfälle gelagert und wiederaufbereitet werden. Der Chef der Verwaltung habe "wegen der Ausbreitung der Brände den Notstand in den Wäldern und Parks der Stadt Osjorsk verhängt", heißt es in einem Kommuniqué. Osjorsk und die Anlage Majak liegen rund 2000 Kilometer östlich von Moskau. Heute solle eine Dringlichkeitssitzung über weitere Rettungsbemühungen beraten. Am Sonntag hatte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu bereits die verstärkte Brandbekämpfung in der Nähe des Atomforschungszentrums Sneschinsk ebenfalls im Ural angeordnet.Höhere SterblichkeitsrateGroße Sorge bereitete die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Gebieten. In Moskau stand weiter giftiger Smog über der Stadt, der die Atmung erschwert. Der Smog sei vor allem für Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen gefährlich, sagte ein Moskauer Mediziner. Die Sterblichkeitsrate in der russischen Hauptstadt schnellte im Vergleich zum Saisondurchschnitt auf fast das Doppelte.Auch Epidemien werden nach Einschätzung der Behörden immer wahrscheinlicher. Grund sei eine Zunahme von Magen-Darm-Grippen und die schlechte Wasserqualität in 52 von 83 russischen Regionen. afp