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Vier Vermisste bei Unwettern

Vier Vermisste bei Unwettern

Wellen von bis zu zehn Meter Höhe haben in Frankreich und Spanien mindestens vier Menschen mitgerissen, mindestens sieben Menschen wurden verletzt. In Portugal erfasste eine Welle dutzende Autos.

Mehrere Riesenwellen haben bei Unwettern in Spanien und Frankreich mindestens vier Menschen fortgerissen. In der Nähe von Valdoviño in Galicien im Nordwesten Spaniens wurden drei Menschen am Montagabend von der stürmischen See erfasst, wie die Behörden mitteilten. Über die Gegend fegte zu der Zeit ein heftiger Sturm. Die Behörden hatten deshalb höchste Alarmstufe ausgerufen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa hatten die drei Menschen sich zur privaten Seebestattung eines Verwandten versammelt. Die Leiche eines 50-jährigen Mannes sei wenige Stunden später am Dienstagmorgen in Galicien im Sand gefunden worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Rettungsdienste.

Die Suche nach den beiden anderen Vermissten in Spanien mit Schiff und Hubschrauber musste am Montagabend erfolglos abgebrochen werden. Die gestrige Suche werde von dem schweren Wellengang erschwert, berichteten Medien weiter. Starker Regen verursachte zusammen mit heftigen Stürmen zahlreiche Überschwemmungen in der Region. Im nordportugiesischen Porto riss eine Welle dutzende Autos mit sich.

Auch in acht Départements an der französischen Atlantikküste herrscht derzeit erhöhte Warnstufe wegen heftigen Wellengangs. Die Polizei in Biarritz in Südwestfrankreich teilte auf der Grundlage von Augenzeugenberichten mit, dass am Montagabend ein Obdachloser von einer Welle fortgerissen wurde. Bereits am Sonntagabend war in Biarritz eine junge Frau von einer riesigen Welle ins Meer gerissen worden. Sie wurde bis gestern nicht gefunden.

Nach Angaben der Präfektur wurde am Montagabend in Biarritz auch die Unterkunft von Rettungskräften am Strand beim alten Hafen durch eine Welle beschädigt. Drei Menschen wurden dadurch leicht verletzt. Der französische Wetterdienst Météo France warnte vor bis zu zehn Meter hohen Wellen. In mehreren Orten wurde der Zugang zum Strand gesperrt.

An den Strand von Locmariaquer in der französischen Bretagne wurden unterdessen Minenräumer entsandt, nachdem der Sturm dort 80 Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gefördert hatte. Ein Spaziergänger meldete der Polizei den Fund.

In Porto im Norden von Portugal wurden an der Mündung des Flusses Douro am späten Montagnachmittag dutzende Autos von einer Welle erfasst. Dabei wurden der Polizei und Rettungskräften zufolge auch vier etwa 60 Jahre alte Menschen leicht verletzt. Am Samstag hatten nach Sturm und Überschwemmungen etwa 50 Menschen ihre beschädigten Häuser im Norden Portugals verlassen müssen.