Viele Superreiche ließen Federn

Düsseldorf. "Pfennigfuchser" kennen keine Krise: Karl und Theo Albrecht, Gründer des Lebensmittel-Discounters Aldi, bleiben mit einem geschätzten Vermögen von jeweils um die 17 Milliarden Euro die reichsten Deutschen. Das geht aus der Rangliste der 300 vermögendsten Deutschen hervor, die das "manager magazin" gestern veröffentlichte

Düsseldorf. "Pfennigfuchser" kennen keine Krise: Karl und Theo Albrecht, Gründer des Lebensmittel-Discounters Aldi, bleiben mit einem geschätzten Vermögen von jeweils um die 17 Milliarden Euro die reichsten Deutschen. Das geht aus der Rangliste der 300 vermögendsten Deutschen hervor, die das "manager magazin" gestern veröffentlichte. Demnach sind die 89 und 87 Jahre alten Brüder nahezu ungeschoren durch die Wirtschaftskrise gekommen. Auf dem dritten Platz der Superreichen steht der 70-jährige Lidl-Eigentümer Dieter Schwarz und damit ein weiterer Unternehmer, der sein Vermögen von geschätzten zehn Milliarden Euro zum großen Teil auf einer Lebensmittel-Discountkette aufgebaut hat.

Andere Superreiche ließen kräftig Federn. Maria-Elisabeth Schaeffler (Foto: ddp), die sich an der Übernahme von Continental verhoben hat, stürzte in der Rangliste von Platz 15 auf Platz 260 ab. Das "manager magazin" schätzt das Vermögen der Schaefflers nunmehr auf 400 Millionen Euro. Das sind 4,85 Milliarden Euro oder mehr als 90 Prozent weniger als bei der Schätzung 2008.

Gar nicht mehr vertreten in der Rangliste der 300 reichsten Deutschen ist Madeleine Schickedanz (Foto: dpa), Großaktionärin des insolventen Handelsunternehmens Arcandor. Ihr Vermögen wird auf etwa 100 Millionen Euro geschätzt. Das sind 1,2 Milliarden Euro oder mehr als 90 Prozent weniger als bei der Schätzung 2008.

Die Familie Porsche vollzog in der Rangliste der Superreichen eine Art Achterbahnfahrt: 2008 war die Autobauer-Dynastie auf den dritten Platz vorgeprescht. Der Höhenflug der VW-Aktie bescherte dem Porsche-Clan damals den höchsten Wertzuwachs von drei Milliarden Euro in der Magazin-Aufstellung. 2009 ging es abwärts auf Platz 13. Das Vermögen wird auf nunmehr 4,5 Milliarden Euro geschätzt. Das sind elf Milliarden Euro weniger als bei der Schätzung 2008.

Reichste Großfamilien des Landes sind nach Angaben des Magazins die Familien Brenninkmeijer (C&A) mit 22,5 Milliarden, Haniel (Metro) mit 10,5 Milliarden und Heraeus mit 6,5 Milliarden Euro geschätztem Vermögen. Die Zahl der Milliardäre und Milliardärsfamilien in Deutschland sank innerhalb eines Jahres von 122 auf 99. dpa