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Vergewaltigung in Indien: Verdächtiger tot in Zelle gefunden

Vergewaltigung in Indien: Verdächtiger tot in Zelle gefunden

Neu Delhi. Drei Monate nach der mörderischen Gruppenvergewaltigung in Indien ist der mutmaßliche Drahtzieher tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Ram Singh habe sich am frühen Montagmorgen mit einer Bettdecke im Hochsicherheitsgefängnis Tihar erhängt, sagte Gefängnissprecher Sunil Gupta. Der 35-Jährige war aber nicht allein in seiner Gefängniszelle

Neu Delhi. Drei Monate nach der mörderischen Gruppenvergewaltigung in Indien ist der mutmaßliche Drahtzieher tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Ram Singh habe sich am frühen Montagmorgen mit einer Bettdecke im Hochsicherheitsgefängnis Tihar erhängt, sagte Gefängnissprecher Sunil Gupta. Der 35-Jährige war aber nicht allein in seiner Gefängniszelle. Er sei mit drei weiteren Insassen untergebracht gewesen, die nicht wegen des Verbrechens an der 23-jährigen Studentin angeklagt werden, so der Sprecher. Daher solle nun eine Obduktion klären, ob Fremdeinwirkung vorliegt.Ram Singh war der Fahrer des Busses, in dem am 16. Dezember die Studentin entführt, vergewaltigt und gefoltert wurde. Die junge Frau starb zwei Wochen später an ihren inneren Verletzungen. Nach Polizeiangaben ist der Busfahrer der Hauptverdächtige, da er die Idee zur Tat gehabt haben soll. Der Prozess gegen die fünf volljährigen Angeklagten läuft seit Januar, ihnen droht die Todesstrafe wegen Mordes.

Anwalt spricht von Mord

Der Tod von Singh sei "eine durchgeplante Verschwörung", betonte sein Verteidiger V. K. Anand. Sein Klient sei nicht depressiv gewesen und habe vor einigen Tagen noch seine Familie getroffen. Angehörige des Toten sprachen im Nachrichtensender NDTV von Mord.

Nach Angaben des Gefängnissprechers gibt es in den Zellen keine Überwachungskameras, die Insassen würden direkt von den Sicherheitskräften beobachtet. Die Verteidiger der Angeklagten hatten mehrfach erklärt, ihre Klienten würden von anderen Insassen auf Geheiß der Polizei gefoltert. Sie baten um bessere Sicherheitsvorkehrungen und tägliche Gesundheitsuntersuchungen. dpa