Urlaub ohne Handfessel

Saarbrücken. Für das Plastik-Armband, von vielen Urlaubern als lästig empfundenes Begleit-Übel von All inclusive, dürfte schon bald die letzte Stunde schlagen - zumindest in der gehobenen Hotellerie. Umfragen haben ergeben, dass die Kundschaft das Plastik-Armband verabscheut und als wesentlichen Nachteil von All inclusive ansieht

Saarbrücken. Für das Plastik-Armband, von vielen Urlaubern als lästig empfundenes Begleit-Übel von All inclusive, dürfte schon bald die letzte Stunde schlagen - zumindest in der gehobenen Hotellerie. Umfragen haben ergeben, dass die Kundschaft das Plastik-Armband verabscheut und als wesentlichen Nachteil von All inclusive ansieht. Die "Handfessel" gilt als hinderlich, aber auch - weil sich im Laufe eines Urlaubs zwangsläufig Schmutz und Bakterien daran festsetzen - als unhygienisch. Mehrfach erwies sie sich zudem als gefährlich: Urlauber blieben daran hängen. Sogar Fälle von allergischem Hautausschlag werden berichtet. Mehrere Gerichtsurteile legten fest, das Band müsse nur dann getragen werden, wenn im Katalog ausdrücklich darauf hingewiesen wurde. Das Band galt lange als notwendiger Kontrollnachweis. Mit der rasanten Zunahme von All inclusive wuchs aber auch der Ärger. In der Dominikanischen Republik ist mittlerweile in 94, in Ägypten in 90 Prozent der Ferienhotels "alles mit drin". Der Reiseveranstalter Tui ermittelte im Sommer, dass rund ums Mittelmeer schon 55 Prozent der Hotels All inclusive anbieten - Tendenz weiter steigend.Inzwischen werben jedoch die ersten Hotels damit, dass ihre Gäste kein Armband mehr tragen müssen. Die Hotels ohne Armband nehmen entweder in Kauf, dass sich ab und zu auch einmal ein Mitesser einschleicht. Oder sie operieren mit verstärkten Zugangskontrollen. Das "Paradisus Rio de Oro" an Kubas Playa Esmeralda war vor vier Jahren das erste Hotel, das die Armbänder abschaffte. Stattdessen wurden an drei möglichen Zugängen zum Hotel rund um die Uhr besetzte Kontrollposten eingerichtet, die nach Zimmernummer und Namen fragten. Neun Mann zusätzliches Personal, witzelte die Branche zunächst, könne sich ein Hotel wohl nur bei den kubanischen Löhnen leisten. Mittlerweile haben weltweit alle sieben Robinson-Clubs und alle zwölf Aldiana-Clubs, die All inclusive anbieten, auf Armbänder verzichtet. Dafür wurden die Zugangskontrollen verstärkt. Das Sensimar-Hotel im türkischen Side, Flagschiff der neuen Sensimar-Kette der Tui, verkündet, man habe keine Bänder nötig: "Wir kennen unsere Gäste." Andere Hotels geben Plastikkarten aus, die als Zimmerschlüssel und Zugangsnachweis für das All-inclusive-Schlaraffenland fungieren.