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Toleranz wird zum Fremdwort

Toleranz wird zum Fremdwort

Was hat der Mann, der 40 Jahre unbehelligt in seiner Wohnung gelebt hat, eigentlich verbrochen? Er hat in seiner Mietwohnung geraucht, was für ihn zu seiner gelebten Intimität gehört, was für ihn wichtig ist. Was sind das für merkwürdige Nachbarn, die sich „plötzlich“ vom Rauch belästigt fühlen, aber offensichtlich weder früh das offene Gespräch, noch einen Kompromiss gesucht haben, ja sogar abgetaucht sind, als es vor Gericht ging? Wollte man den Rentner am Ende einfach loswerden? Die gelebte „Nachbarschaft“ und das Urteil sind ein Armutszeugnis.



Wir sind längst bei einer Grundsatzfrage angekommen: Was will man denn noch alles verbieten? Vielleicht Bier trinken wegen des Alkohols, Auto fahren in der Freizeit wegen der Klimabelastung, spielende Kinder wegen des Lärms? Es ist Zeit für etwas mehr Tole ranz.