Stromausfall in Argentinien und Uruguay: Blackout legt Teile von Südamerika lahm

Stromausfall : Massiver Blackout legt Teile Südamerikas lahm

In ganz Argentinien und Uruguay fiel am Sonntag der Strom aus. Auch bestimmte Regionen in Brasilien, Chile und Paraguay waren betroffen.

Eine massive Störung des argentinischen Elektrizitätssystems hat am Sonntag in Argentinien, Uruguay und Teilen der Nachbarstaaten Brasilien, Chile und Paraguay zu einem Blackout geführt und die Länder komplett oder teilweise lahmgelegt. Der Stromausfall begann um kurz nach sieben Uhr Ortszeit und dauerte mehrere Stunden.

Da auf der Südhalbkugel gerade Winter ist, erwachten weite Teile Argentiniens und Uruguays in Dunkelheit. Zudem war es kalt. In Buenos Aires waren es bei Sonnenaufgang 13 Grad. Auch das südlich von Argentinien gelegene Uruguay blieb komplett ohne Stromversorgung. Insgesamt waren mehr als 48 Millionen Menschen viele Stunden ohne Elektrizität. In einigen Regionen fiel wegen des Stromausfalls auch die Wasserversorgung aus, da kein Wasser in die Zisternen gepumpt werden konnte. Argentiniens Energieminister Gustavo Lopetegui sagte rund drei Stunden nach Beginn des Blackouts, dass noch unklar sei, was den Kollaps und den folgenden „Ausfall im elektrischen Verbindungssystem“ verursacht habe. Am Vormittag kehrte die Elektrizität in einigen Teilen des Landes und auch in Regionen von Uruguay bereits zurück. Die komplette Wiederherstellung der Versorgung werde aber „mehrere Stunden“ in Anspruch nehmen, bekannte Lopetegui. Nach ergänzenden Angaben des Stromversorgers Edesur begann sich auch in Teilen der Hauptstadt Buenos Aires gegen 11 Uhr die Versorgung zu normalisieren. Der Zivilschutz ging davon aus, dass die Wiederherstellung der Versorgung im ganzen Land sieben bis acht Stunden in Anspruch nehmen könnte.

Der Fernsehsender „Todo Noticias“ meldete am Morgen: „Es ist nicht ein Stadtteil, es ist nicht eine Region, es ist das ganze Land. Die Regierung muss uns das mal erklären“. Bis 11 Uhr, drei Stunden nach Beginn des Ausfalls, hatte sich Argentiniens Präsident Mauricio Macri noch nicht zu dem Ausfall geäußert.

Unter dem Hashtag „sinluz“ (ohne Licht) verbreiteten Argentinier in den sozialen Netzwerken Fotos von Stadtteilen in Dunkelheit, ausgefallenen Ampeln, Tankstellen, an denen kein Benzin gezapft werfen konnte, und von ausgefallenen und stehengebliebenen Nah- und Fernverkehrszügen. Auch der Handel war betroffen: Nur Geschäfte mit Stromgeneratoren öffneten. Da in Argentinien wegen fehlender Investitionen in die Infrastruktur Stromausfälle vor allem im heißen und schwülen Sommer üblich sind, haben sich viele Unternehmen und Geschäfte mit Stromgeneratoren gewappnet. Die besonders im Sommer auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen bringen das Stromnetz lokal und regional regelmäßig zum Absturz. Einen so massiven Ausfall wie am Sonntag im ganzen Land hat es aber zuvor noch nicht gegeben.

Die Nachbarn Argentinien und Uruguay teilen sich ein Stromnetz, das vom Staudamm Salto Grande ausgeht. Dieser befindet sich rund 450 Kilometer nördlich von Buenos Aires und rund 500 Kilometer nördlich von Uruguays Hauptstadt Montevideo. Nach übereinstimmenden Meldungen waren auch einige Gegenden im Süden Brasiliens sowie mehrere Städte in Chile ohne Elektrizität. Laut einem Bericht der britischen BBC gab es auch in Paraguay Stromausfälle.

Betroffen von der Störung waren auch die Gouverneurswahlen in den vier argentinischen Provinzen Formosa, Feuerland, Santa Fé und San Luís. Sie begannen verspätet, wurden aber nach Angaben der Wahlbehörden abgehalten.

Argentinien ist nach Brasilien, Mexiko und Kolumbien der viertbevölkerungsreichste Staat in Lateinamerika. Die Infrastruktur des Landes ist wegen fehlender staatlicher Investitionen in vielen Sektoren veraltet.

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