Streit um Rolle der Medien im Kachelmann-Prozess

Streit um Rolle der Medien im Kachelmann-Prozess

Mannheim. Im Vergewaltigungs-Prozess gegen Jörg Kachelmann ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung um die Rolle der Medien gekommen. Anlass war ein Exklusivvertrag, den eine ehemalige Geliebte Kachelmanns vor ihrer Vernehmung mit der Zeitschrift "Bunte" abgeschlossen hat

Mannheim. Im Vergewaltigungs-Prozess gegen Jörg Kachelmann ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung um die Rolle der Medien gekommen. Anlass war ein Exklusivvertrag, den eine ehemalige Geliebte Kachelmanns vor ihrer Vernehmung mit der Zeitschrift "Bunte" abgeschlossen hat. Dies sei eine "Unverschämtheit und Missachtung des Gerichts", sagte Kachelmanns Verteidiger gestern. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge kritisierte daraufhin die Pressearbeit der Verteidigung. Ein "medialer Berater" Kachelmanns habe ihm schon vor Anklageerhebung mitgeteilt, dass die Verteidigung im Falle einer Anklage an die Presse gehen werde. "Er hat auch gesagt, dass das zum Teil auf dem Rücken der Nebenklägerin erfolgen werde." Wetter-Experte Kachelmann soll laut Anklage eine 37-jährige Ex-Geliebte vergewaltigt haben.Nach dem Ende des Verhandlungstags wurde ein Redakteur der Deutschen Presse-Agentur vor dem Gerichtsgebäude vorläufig festgenommen. Ihm wurde die Festnahme mit dem Verdacht begründet, die Richter der Strafkammer des Mannheimer Landgerichts illegal abgehört zu haben. Die dpa-Chefredaktion wies diesen Vorwurf entschieden zurück und protestierte gegen die "massive Behinderung der Berichterstattung".dpa