Strauss-Kahn droht neuer Ärger

Paris. Ex-IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn wird in einem weiteren Fall der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Die französische Publizistin Tristane Banon kündigte gestern über ihren Anwalt eine Anzeige an

Paris. Ex-IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn wird in einem weiteren Fall der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Die französische Publizistin Tristane Banon kündigte gestern über ihren Anwalt eine Anzeige an. Zu der Tat sei es im Februar 2003 während eines Interviews gekommen, das die damals 23-Jährige für ein Buchprojekt geführt habe, sagte der Jurist David Koubbi dem Nachrichtenmagazin "L'Express".Die heute 32-jährige Banon hatte bereits nach der Anklage gegen Strauss-Kahn in New York den Gang vor Gericht erwogen, sich dann doch zunächst anders entschieden. Mit den jüngsten Ereignissen in New York habe das Einreichen der Anzeige nichts zu tun, betonte Koubbi. "Was in den USA passiert, betrifft uns nicht", sagte der Anwalt. Sein Anklagedossier sei "extrem solide und fundiert".

Gegen Strauss-Kahn wird seit Mitte Mai in den USA wegen eines Vergewaltigungsversuchs ermittelt. Vergangenen Freitag wurde er allerdings überraschend aus dem Hausarrest entlassen, weil Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin aufgetaucht waren. "Wenn sie hinsichtlich mancher Dinge gelogen hat, heißt das nicht, dass sie nicht vergewaltigt wurde", kommentierte der Jurist David Koubbi.

Banon hatte bereits bei einem TV-Auftritt im Februar 2007 von der mutmaßlichen Sex-Attacke Strauss-Kahns berichtet und ihn als "brünftigen Schimpansen" bezeichnet. Der Sender blendete den Namen Strauss-Kahns allerdings aus. Auf eine Klage verzichtete sie damals angeblich auf Rat ihrer Mutter, die selbst eine sozialistische Politikerin ist und Strauss-Kahn und seine Familie persönlich kennt.

Strauss-Kahn reagierte bereits gestern Abend. Der ehemalige IWF-Chef ließ über seine Anwälte die Vorwürfe Banons als "erfunden" zurückweisen und verkündete, dass er die französische Journalistin wegen Verleumdung anzeigen will. dpa

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