Starke Erdbeben erschüttern erneut Mittelitalien

Starke Erdbeben erschüttern erneut Mittelitalien

Mehrere Erdbeben der Stärke 5,4 bis 6,2 haben gestern Abend Mittelitalien erschüttert. Italienischen Medienberichten zufolge fielen die Schäden zunächst deutlich geringer aus als bei dem großem Beben Ende August. Bis 22 Uhr war von zwei Verletzten in Visso die Rede, einer Kleinstadt in der Nähe des Epizentrums bei Castelsantangelo sul Nera in der Provinz Macerata. Ein erster Erdstoß war kurz nach 19 Uhr besonders in den Marken zu spüren, aber ebenso in den Abbruzzen, in Umbrien und in Latium. Ein zweites, stärkeres Beben gegen 21.15 Uhr ließ auch in Rom die Wände zittern.

Aus Castelsantangelo wurden einige Einstürze und Schäden gemeldet. Ein starkes Gewitter und ein Stromausfall in der Provinz Macerata erschwerten am Abend die Aufräumarbeiten. Teile der Fernstraße Salaria, die durch Mittelitalien führt, wurden gesperrt. In vielen betroffenen Regionen fällt heute die Schule aus, damit die Sicherheit der Gebäude überprüft werden kann. Auch einige Gebiete des Bebens vom August sind betroffen, etwa der Ort Arquata del Tronto. In Norcia (Nursia) stürzte die Kirche Santa Maria delle Grazie ein.

Die Zahl der geborgenen Todesopfer vom August bezifferte der Katastrophenschutz mit rund 300. Papst Franziskus war zu Monatsbeginn überraschend ins Erdbebengebiet gereist. Allein in der völlig zerstörten Ortschaft Amatrice, die zum Symbol des Bebens vom 24. August wurde, starben damals mindestens 236 Menschen. Zuletzt lebten dort noch rund 250 Menschen in Zeltunterkünften. Nach ersten Angaben des Bürgermeisters von Amatrice gab es dort diesmal bislang keine Verletzten.