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Schwindel erregende 828 Meter

Schwindel erregende 828 Meter

Dubai. Mit einem pompösen Festakt hat das Golfemirat Dubai gestern den höchsten Wolkenkratzer der Welt eingeweiht. Tausende Gäste feierten mit Feuerwerk, Wasserfontänen und einer Lichtshow die Eröffnung des 828 Meter hohen Burj Chalifa. Die genaue Höhe des spektakulären Gebäudes war bis zum Schluss geheim gehalten und erst am Abend bekannt gegeben worden

Dubai. Mit einem pompösen Festakt hat das Golfemirat Dubai gestern den höchsten Wolkenkratzer der Welt eingeweiht. Tausende Gäste feierten mit Feuerwerk, Wasserfontänen und einer Lichtshow die Eröffnung des 828 Meter hohen Burj Chalifa. Die genaue Höhe des spektakulären Gebäudes war bis zum Schluss geheim gehalten und erst am Abend bekannt gegeben worden. "Die Vereinigten Arabischen Emirate vollenden heute das höchste Gebäude, das jemals von Menschenhand errichtet wurde", sagte der Emir von Dubai, Scheich Mohammad Ben Rasched el Maktum, bei der Enthüllung einer Tafel an dem Gebäude. "Diese Großtat verdient es, den Namen eines großen Mannes zu tragen. Ich weihe heute den Burj Chalifa ein." Damit ist der Turm nach dem Staatsoberhaupt der Vereinigten Emirate benannt, Scheich Chalifa ben Sajed el Nahjan. Dubai gehört zu den Vereinigten Emiraten. Zu der Einweihungs-Gala am Abend waren rund 6000 Gästen geladen. Fallschirmspringer trugen die Farben der Emirate - Rot, Grün, Schwarz und Weiß - während ein riesiges Porträt von Staatschef Scheich Chalifa auf eine Wand projiziert wurde. Unter dem Jubel der Zuschauer folgte eine Licht- und Feuerwerks-Choreographie, die den Himmel von Dubai in allen Farben erleuchtete. Der ursprünglich Burj Dubai genannte Turm hat am Boden die Form eines Ypsilons, wird nach oben hin immer schmaler und wird an der Spitze von einer gigantischen Stahlkonstruktion gekrönt. Bei gutem Wetter ist der Wolkenkratzer, der zwischen Meer und Wüste in den Himmel ragt, aus fast hundert Kilometern Entfernung zu erkennen. Er verfügt über 200 Stockwerke, von denen 160 für mehr als tausend Wohnungen und Büros genutzt werden sollen. Die Kosten für den Bau wurden mit 1,5 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) beziffert. afpMeinung

Die bessere arabische Welt

Von SZ-RedakteurPeter Stefan Herbst Man kann das höchste Gebäude der Welt aus guten Gründen für ein Produkt des Größenwahns oder eine ökologische Perversion halten. Wer hier aber nur europäische Maßstäbe anlegt, verkennt, worum es geht. Dubai braucht solche Projekte, um sich in der Zeit nach dem Öl als Handelsplatz und Touristenmagnet behaupten zu können. Der Burj Chalifa ist eine technologische Meisterleistung von Ingenieuren und Bauarbeitern aus aller Welt. Dubai ist die tolerante Metropole der arabischen Welt. Hier leben und arbeiten deutlich mehr Menschen aus Europa, Asien und Afrika als Einheimische. Überragende Symbole sind ein wichtiger Ausdruck der sich modernisierenden islamischen Stammesgesellschaft, die in einer unruhigen Region für Wohlstand und Sicherheit stehen will. Die ist auch ein Gegenmodell zu islamistischem Fundamentalismus und seinen Symbolen.