Riesiger Krater sorgt für Schrecken

Riesiger Krater sorgt für Schrecken

Schmalkalden. Der Schrecken kommt in der Nacht: Anwohner hören ein Rasseln und ein lautes, strömendes Geräusch, als ob mehrere Kieslaster ihre Ladung abkippen. "Wir wurden zu einem Loch in der Straße mit Wasserrohrbruch gerufen. Mit solch einem Ausmaß hat keiner gerechnet", sagt Marco Gröger von der Freiwilligen Feuerwehr

Schmalkalden. Der Schrecken kommt in der Nacht: Anwohner hören ein Rasseln und ein lautes, strömendes Geräusch, als ob mehrere Kieslaster ihre Ladung abkippen. "Wir wurden zu einem Loch in der Straße mit Wasserrohrbruch gerufen. Mit solch einem Ausmaß hat keiner gerechnet", sagt Marco Gröger von der Freiwilligen Feuerwehr. Er blickt auf ein riesiges Erdloch, das sich gestern Morgen mitten in einer Wohnsiedlung im südthüringischen Schmalkalden aufgetan hat.

Und das Loch wächst zunächst weiter: Immer wieder bricht der Krater an den Rändern nach, durchziehen neue Risse Straße und Hauswände. Geologen befürchten, dass auch in den nächsten Tagen weiter Erde wegbrechen wird.

"So etwas hat hier keiner erwartet", sagt Roland Stark, dessen Garage direkt an dem Erdloch steht. Er ringt auch Stunden nach dem Unglück um Fassung. Noch wissen er und seine Frau nicht, wann sie in ihr Heim zurückkehren können.

Einige der 25 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, kamen bei Verwandten und Bekannten unter. Manche standen unter Schock und wurden von Seelsorgern in einem Zelt nahe der Unglücksstelle betreut. Insgesamt neun Häuser musste die Polizei evakuieren. Wann und ob die Bewohner zurückkehren können, vermag derzeit niemand zu sagen.

"Den Leuten sitzt der Schreck in den Gliedern, aber sie sind erstaunlich gefasst", sagt der parteilose Bürgermeister des rund 20 400 Einwohner zählenden Ortes, Thomas Kaminski. Die Stadt hat Ferienwohnungen vermittelt, für diejenigen, die ohne Unterkunft dastehen. "Die Dimensionen dieses Unglücks haben jegliche Vorstellungen in Schmalkalden überstiegen."

  • Täter zertrümmert Schaufensterscheibe mit einem Gullydeckel
  • Bürger befürchten Explosion
  • Durch lautes Schreien Einbrecher vertrieben

Für viele ist das Unglück ein Rätsel. "Wir sind kein Bergbaugebiet", sagt Kaminski. Geologen gehen von einer natürlichen Ursache aus, wissen aber noch nicht, worauf der Krater zurückzuführen ist. Dennoch machen in der Stadt Berichte über unterirdische Luftschutzbunker und einen einstigen Bombentrichter die Runde.

Wahrscheinlich mehr als 20 000 Kubikmeter Erde sind verschwunden. "Das ist katastrophal und sieht böse aus. Das gab es in dieser Größenordnung noch nicht in Thüringen", sagt Landesumweltminister Jürgen Reinholz (CDU). Er hat die Stabilisierung des Loches zur obersten Priorität erklärt. Mit dem Füllen des Kraters kann frühestens heute Morgen begonnen werden.

Einsatzkräfte begutachten den Krater, der sich in einem Wohngebiet aufgetan hat. Foto: dpa.

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