Prozess gegen Bill Cosby um Sex-Vorwürfe geplatzt

Sex-Vorwürfe : Bill Cosby kommt davon – aber nur vorerst

Der erste Strafprozess gegen den US-Komiker, der Frauen sexuell genötigt haben soll, ist geplatzt. Die Geschworenen waren uneins, der ehemalige Comedy-Star kam auf Kaution frei. Doch damit ist der Fall noch nicht abgeschlossen.

() Es regnet, als Bill Cosby das Gericht verlässt. Eine Hand auf seinen Gehstock gestützt, den anderen Arm streckt er demonstrativ hoch. Kein Schuldspruch, aber auch kein Freispruch. Der bisher einzige Strafprozess gegen den US-Entertainer wegen sexueller Nötigung ist am Samstag ergebnislos zu Ende gegangen. Cosbys Team triumphiert.

Er selbst sagt nichts, doch sein Sprecher Andrew Wyatt jubelt vor Reportern: „Mister Cosbys Macht ist zurück. Sie ist wiederhergestellt.“ Doch die Freude dürfte von kurzer Dauer sein. Auf den 79-jährigen TV-Komiker kommt der nächste Prozess zu. Staatsanwalt Kevin Steele fackelt nicht lange. Gleich nachdem der Richter am Samstag das Verfahren platzen lässt – die Geschworenen sind bei der Urteilsfindung uneins – geht Steele in die Offensive. „So schnell wie möglich“ wolle er einen neuen Prozess in Gang bringen. Er lobt den Mut der Klägerin Andrea Constand, im Zeugenstand den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Cosby vorzubringen. Die frühere Mitarbeiterin der Temple University lässt durch ihre Anwältinnen ausrichten, dass sie den Geschworenen für die „unermüdlichen Anstrengungen“ danke. Sie glaube, dass der Prozess den vielen Opfern, die sich machtlos fühlen, Gehör verschafft habe. Constand ist nur eine von mehr als 50 Frauen, die Cosby sexuelle Nötigung vorwerfen.