Prinz Harry und Herzogin Meghan müssen einen harten Schnitt machen

Krach bei den Royals : Harry und Meghan müssen einen harten Schnitt machen

Der Prinz und die Herzogin verlieren den Titel „Königliche Hoheit“, und das Paar muss Millionen zurückzahlen.

London Der Prinz und die Herzogin, so schien es, wünschten eine Zukunft halb drinnen, halb draußen. Aber zehn Tage nach der Ankündigung, sich als Senior-Royals zurückziehen zu wollen, ist nun klar: Harry und Meghan scheiden komplett aus dem engen Kreis des Königshauses aus. Abtritt statt Rückzug sozusagen. Die Queen ordne einen „harten Megxit“ an, titelte ein britisches Blatt in Anlehnung an den Brexit. Anstatt künftig als Teilzeit-Royals zu arbeiten, legen sie den Titel „Königliche Hoheit“ ab und werden keine offiziellen Aufgaben mehr für die Queen übernehmen. Das teilte der Buckingham-Palast am Samstagabend mit. Der Entscheidung sollen etliche Krisen-Gespräche vorausgegangen sein. Die Monarchin wollte so schnell wie möglich eine Lösung finden, nachdem die Unabhängigkeits-Bestrebungen des Paares seit knapp zwei Wochen für Schlagzeilen sorgen und am Image der Royals kratzen.

Die Presse hielt sich auch am Wochenende nicht mit Häme zurück. Es sei „Payback Time“, meinte die „Sun“ auf ihrer Titelseite: Zeit zurückzuzahlen. Damit spielte das Boulevardblatt auf die Zusage an, dass die Sussexes jene 2,4 Millionen Pfund übernehmen werden, die sie nach ihrer Hochzeit im Mai 2018 für die Renovierung ihres Hauses in Windsor aus Steuergeldern erhalten hatten. Tatsächlich wird seit Tagen vor allem die finanzielle Zukunft der beiden diskutiert. Und auch wenn noch immer einige Fragen ungeklärt sind, etwa wer für die Sicherheitskosten des Paars aufkommt, hat die Monarchin jetzt entschieden: Ab Frühling werden der Herzog und die Herzogin keine finanziellen Zuwendungen mehr für royale Aufgaben erhalten. Und auch seine Funktion im Militär muss der 35-jährige Prinz aufgeben. Er und seine 38 Jahre alte Frau wollen mit Baby Archie zwischen Kanada und ihrem Wohnsitz Frogmore Cottage in Windsor pendeln, aber vermutlich mehr Zeit in Nordamerika verbringen als im Königreich.

Nach etlichen negativen Schlagzeilen, in denen von Streitereien hinter den dicken Palastmauern die Rede war, von Enttäuschung und Ärger in der Familie Windsor, schlug Königin Elizabeth II., in einer ungewohnt persönlichen Erklärung versöhnliche Töne an: „Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Mitglieder meiner Familie sein“, so die Queen. Sie erkenne die Herausforderungen an, die die Familie in den vergangenen zwei Jahren als Ergebnis von intensiver Aufmerksamkeit erfahren hätten und unterstütze deren Wunsch nach einem unabhängigeren Leben. Ihre Majestät dankte ihnen für ihre „engagierte Arbeit“ und sei „besonders stolz, wie Meghan so schnell ein Mitglied der Familie geworden ist“. Die gesamte Familie hoffe, dass diese Vereinbarung dem Paar erlaube, sich „ein glückliches und friedliches neues Leben“ aufzubauen.

Das Drama dürfte damit trotzdem nicht beendet sein. Denn gestern wurden Auszüge aus einer Dokumentation des TV-Senders Channel 5 bekannt, in denen sich – einmal mehr – Meghans Vater Thomas Markle zu Wort meldet. „Sie verwandeln die royale Familie in einen Walmart mit Krone“, kritisierte er seine Tochter und deren royalen Ehemann mit Verweis auf eine US-amerikanische Supermarktkette. Das Königshaus sei eine der „großartigsten und ältesten Institutionen überhaupt“, sagte Markle. „Sie zerstören sie, sie lassen sie armselig wirken.“ Doch nicht nur die erneuten Äußerungen dürften für Unmut in der Familie Windsor sorgen. Tatsächlich deuten Medienberichte an, dass er bald vor Gericht gegen seine Tochter aussagen könnte. Die Herzogin hatte vor einigen Monaten Klage gegen die „Mail on Sunday“ eingereicht, nachdem die Boulevardzeitung einen Brief von ihr an ihren Vater veröffentlicht hatte. Das Blatt hat das Schreiben von Thomas Markle überreicht bekommen und in Teilen abgedruckt. Die Sussexes gehen dagegen juristisch wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten, des Datenschutzes und des Copyrights vor.

Auch wenn sie künftig nicht mehr als „Königliche Hoheiten“ geführt sind, wollen der Herzog und die Herzogin ihre Schirmherrschaften beibehalten. Harry engagiert sich vor allem im Bereich psychische Gesundheit und ist zudem Initiator der „Invictus Games“, eines Sportwettbewerbs für kriegsversehrte Veteranen, der im Jahr 2022 in Düsseldorf stattfinden wird. Feministin Meghan setzt sich stark für Frauenrechte ein.

Auch wenn sich die Sussexes mit ihrem radikalen Schritt wohl mehr Privatsphäre erhofft hatten. Derzeit sieht alles danach aus, dass ihnen zumindest in den nächsten Monaten nur noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zuteilwerden wird.