Polizei zerschlägt Kinderporno-Ring

Polizei zerschlägt Kinderporno-Ring

Ermittler haben einen internationalen Pädophilen-Ring auffliegen lassen. Kriminelle organisierten den Missbrauch von philippinischen Kindern. Gegen Bezahlung verübten sie ihre Taten live vor Webcams.

Fahnder haben 29 Mitglieder eines internationalen Pädophilen-Rings festgenommen. Die Gruppe habe gegen Bezahlung sexuellen Missbrauch von philippinischen Kindern organisiert und die Vergehen via Webcam live ins Internet übertragen, teilte die britische Behörde National Crime Agency (NCA) mit.

Knapp 30 Prozent der Einwohner des südostasiatischen Landes lebt von weniger als einem US-Dollar am Tag. Manchmal sind es sogar die Eltern, die ihre Kinder vor die Webcams stellen. "Anwerber finden bei den armutsgefährdeten, hungrigen Familien leichte Beute", sagt der Priester Shay Cullen von der Preda-Stiftung. Die Organisation hilft missbrauchten Kindern. Lockerere Moralvorstellungen, zunehmender Materialismus und Sextourismus sind nach Ansicht der Aktivisten Gründe für Kinderpornografie im Netz. Cullen weiter: "Diese Sexbars und Clubs erniedrigen Frauen und Kinder und machen es Pädophilen und Cybersex-Betreibern einfach, an sie ranzukommen." Zuhälter locken Kinder an und gewinnen ihr Vertrauen, indem sie sie in Restaurants einladen oder Geschenke kaufen, erzählt Marlou Alviola von Forge, einer Kinder-Hilfsorganisation in der Provinz Cebu. Manche Eltern hätten kein Problem damit, dass sich ihre Kinder für Geld vor der Kamera ausziehen, sagt er. "Sie sagen ihren Kindern, dass nichts passiert, weil sie niemand berührt." Aber die Kinder würden dadurch langfristig einem größeren Missbrauchsrisiko ausgesetzt, sagt Alviola. "Sie glauben dann, dass es ok ist, sich vor Fremden auszuziehen." Armut ist nicht der einzige Beweggrund, glaubt er - viele arme Familien wühlten lieber im Müll nach Essen, als ihre Kinder derart auszunutzen. "Aber es gibt Eltern, die ihre Kinder zur Prostitution drängen, weil sie das schnelle Geld wollen."

Die meisten Cybersex-Läden sind in Internetcafés oder Hütten der Slums. In dreckigen und dunklen Räumen findet der Missbrauch statt. Doch das schmutzige Geschäft dehnt sich auch in Nobelviertel aus. "Manche der Cybersex-Operationen werden von Familienmitgliedern in ihren eigenen Häusern betrieben. Es ist sehr schwierig, diese Aktivitäten zu unterwandern", sagt Cullen. Die Gesetze der Philippinen erlauben es, dass Provider ihre Server überwachen und Kinderporno-Seiten blockieren. "Aber das kostet Geld und die Firmen wollen ihre Gewinne nicht dazu verwenden, Kinder zu schützen." Damit leisteten Internetprovider der Kinderpornografie im Netz Vorschub, sagt Cullen.

Alviola hat kaum Hoffnung, dass sich die Situation bessern könnte. Die Internetnutzung wächst und soziale Medien werden ebenfalls zunehmend für Prostitution genutzt. "Dieses Problem wird nicht verschwinden, solange wir nicht unsere Kinder schützen und unsere Gesetze umsetzen."

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