Paris will sein Nachtleben aufpeppen

Paris will sein Nachtleben aufpeppen

Paris. Zu Vergangenheitsorientiert, zu teuer und zu unübersichtlich: Das Pariser Nachtleben, so eine im Auftrag der Stadtverwaltung erstellte Studie, hat nicht gerade den besten Ruf. Vor allem nicht, wenn es sich mit dem Nachtleben anderer europäischer Metropolen vergleicht

Paris. Zu Vergangenheitsorientiert, zu teuer und zu unübersichtlich: Das Pariser Nachtleben, so eine im Auftrag der Stadtverwaltung erstellte Studie, hat nicht gerade den besten Ruf. Vor allem nicht, wenn es sich mit dem Nachtleben anderer europäischer Metropolen vergleicht. So gelten Berlin, Barcelona und London mit ihren trendigen Bars und Clubs als Mekka junger Partygänger, die französische Hauptstadt dagegen schon seit längerem nicht mehr, auch wenn einige DJs wie David Guetta auch international gefragt sind. Tatsächlich wirken die meisten Bars und Clubs an der Seine ein wenig angestaubt - und im internationalen Vergleich viel zu brav.All das soll sich nun ändern, denn die Stadtverwaltung von Paris will alles daran setzen, die Metropole an der Seine aus ihrem nächtlichen Dornröschenschlaf zu holen. Immerhin geht es um die Gunst junger Touristen - und bei denen liegen eben Berlin, Barcelona und London höher in der Gunst. Zwar ist Paris nach wie vor die meistbesuchte Stadt der Welt, doch seit Januar ist die Zahl der Gäste um sieben Prozent eingebrochen. Die Stadt Paris hat sich nun mit dem französischen Diskothekenverband zusammen getan, um mehr für die Nachtschwärmer zu tun. Heute lancieren sie das Internetportal www.parisnightlife.fr, das auf Englisch und Französisch über die verschiedenen Clubs und Bars an der Seine informiert. Nicht nur angesagte Nachtclubs wie das Baron, der VIP Room oder das Showcase finden sich darin. Per Suchmaschine können Partygänger Lokale finden, die von der Musik, dem Publikum und der Lage her am besten ihren Wünschen entsprechen. Dazu kommt ein Kalender für Konzerte und Partys. Zusätzlich bringt die Stadt zusammen mit dem Diskothekenverband eine zweisprachige Brochüre heraus, die über das Nachtleben, Ausgehviertel, regelmäßige Veranstaltungen und öffentliche Transportmittel während der Nacht informiert. Das Informationsheft soll in der Tourismuszentrale, an Bahnhöfen, in Jugendherbergen und in Konzertsälen erhältlich sein. Doch vielen Akteuren des Nachtlebens geht die Initiative nicht weit genug. Sie beklagen, dass Jahr für Jahr Hunderte an Lokalen schließen müssen, weil die rechtlichen Auflagen zu hoch sind und die Anwohner ihnen das Leben mit Klagen gegen die Lärmbelästigung immer schwerer machen, vor allem seit Einführung des Rauchverbots 2008. Sie haben deshalb im Internet unter dem Titel "Quand la nuit meurt en silence" ("Wenn die Nacht leise stirbt") eine Unterschriftensammlung gestartet, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. An Vorschlägen, wie Paris wieder zu einer attraktiven Partystadt gemacht werden kann, mangelt es nicht. Da wäre zum einen die Ausdehnung der Öffnungszeiten der Metro. Sie fahren zwar mittlerweile am Wochenende bis zwei Uhr nachts, doch danach eben nicht mehr. Häufig ist es schwer ein Taxi zu ergattern. Da wäre zum anderen auch die Arroganz der Türsteher vieler Lokal. Die lassen häufig nur Stammgäste herein.