Paris kämpft mit Strafen gegen die E-Scooter-Plage.

Umstrittenes Verkehrsmittel : Paris kämpft gegen die E-Scooter-Plage

Der Ärger mit wild abgestellten Trottinettes nimmt kein Ende. Deshalb dürfen die Gefährte in der französischen Hauptstadt nicht mehr auf dem Gehweg abgestellt werden.

Lange wurden in Paris beide Augen zugedrückt – doch damit ist jetzt Schluss. E-Roller dürfen nun nicht mehr auf den Gehwegen geparkt werden. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Klagen darüber gegeben, dass wild abgestellte Trottinettes die Gehwege und Fußgängerzonen versperren.

In einer Mitteilung der Stadt heißt es nun, dass die Gefährte nur noch auf „dafür ausgewiesenen Stellflächen oder Parkplätzen für Motorräder“ geparkt werden dürfen.

In einem aktuellen Bulletin der Stadtverwaltung heißt es, die große Zahl von E-Scootern habe zu „kaum mehr hinnehmbaren Konflikten im öffentlichen Raum geführt“. Das habe die Verantwortlichen dazu veranlasst, die vor rund einem Monat erlassene Regelung nun auch wirklich durchzusetzen. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Verwarnung rechnen.

Kaum ein Fortbewegungsmittel hat in Frankreich in der öffentlichen Wahrnehmung eine derart dramatische Wandlung durchgemacht wie die E-Roller. In Paris sind rund 20 000 Trottinettes von einem Dutzend Anbietern im Straßenverkehr unterwegs und die vielen negativen Auswüchse drohen längst die positiven Seiten zu überlagern.

Ärgerlich ist nicht nur, dass die unachtsam abgestellten Gefährte Gehwege und Straßen blockieren, inzwischen häufen sich die schweren Unfälle. Zudem hat eine Studie gezeigt, dass die Trottinettes vor allem ein Spaßfaktor sind, den Autoverkehr aber nicht entlasten. Außerdem geraten manche der Gefährte in die Hände von Vandalen und landen in den zahlreichen Brunnen der Stadt oder müssen mühsam aus der Seine gefischt werden.

Die Anbieter von Trottinettes zum Mieten haben bereits auf die neue Regelung reagiert. Sie wollen die Nutzer in ihre App, mit der die E-Roller angemietet werden, auf die rund 4500 ausgewiesenen öffentlichen Abstellmöglichkeiten in Paris hinweisen.

Zudem gehen die Firmen davon aus, dass die Stadt in Zukunft auch mehr Parkmöglichkeiten für die E-Scooter auszeichnen wird.

Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, will sich allerdings nicht mehr allein auf die Zusagen der Unternehmen verlassen. Sie möchte durchsetzen, dass in Zukunft nicht mehr zwölf Anbieter in der französischen Metropole auf dem Markt sind, sondern nur noch zwei oder drei.

Geplant ist in Paris zudem eine App für das Smartphone, mit der etwa wild abgestellte Trottinettes gemeldet werden können. Auf diesem Weg wird der Verleiher informiert und er muss das Gefährt entfernen.

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