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Ölpest: Wütender Obama hätte BP-Chef längst gefeuert

Ölpest: Wütender Obama hätte BP-Chef längst gefeuert

Washington. In den USA wächst der Zorn auf den Ölriesen BP, auch bei Präsident Barack Obama. Stünde es in seiner Macht, hätte er den BP-Chef Tony Hayward bereits gefeuert, sagte Obama gestern in einem Interview des Senders NBC. Es war seine bisher schärfste Kritik am britischen Konzern, seit die Plattform "Deepwater Horizon" im April im Golf von Mexiko versunken ist

Washington. In den USA wächst der Zorn auf den Ölriesen BP, auch bei Präsident Barack Obama. Stünde es in seiner Macht, hätte er den BP-Chef Tony Hayward bereits gefeuert, sagte Obama gestern in einem Interview des Senders NBC. Es war seine bisher schärfste Kritik am britischen Konzern, seit die Plattform "Deepwater Horizon" im April im Golf von Mexiko versunken ist. Hayward selbst hatte am Montag erneut erklärt, dass er nicht zurücktreten werde. Im Mai hatte sich der BP-Chef über den großen Zeitaufwand beklagt, den ihn die Ölpest kostet, und erklärt, er wolle sein "Leben wiederhaben". Außerdem hatte er die Folgen der Katastrophe heruntergespielt: Der Golf von Mexiko sei ein "großer Ozean", zitierte NBC Haywards Äußerungen vom Mai, die Auswirkungen der Ölpest auf die Umwelt sei deshalb "wahrscheinlich sehr, sehr mäßig". Obama sagte dazu: "Er würde nach jeder dieser Bemerkungen nicht mehr für mich arbeiten." Der Präsident verteidigte sich zugleich gegen Kritik, dass er nach Beginn der Katastrophe nicht rasch genug gehandelt habe. Er wies darauf hin, dass er sich bereits drei Mal in der Krisenregion aufgehalten und bei Experten vor Ort Informationen eingeholt habe. "Ich sitze nicht herum und unterhalte mich mit Experten, weil es sich um ein College-Seminar handelt", sagte Obama. "Wir unterhalten uns mit diesen Leuten, weil sie möglicherweise die besten Antworten haben, so dass ich weiß, wen ich in den Hintern zu treten habe." BP pumpt zurzeit einen Teil des Öls aus dem Steigrohr am Meeresboden auf ein Schiff. Wie viel Öl aus dem Leck kommt, ist aber unklar: Nach offiziellen Schätzungen könnten es bis zu 3400 Tonnen täglich sein. dpa