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Mehr Waffen, mehr Sicherheit?

Mehr Waffen, mehr Sicherheit?

Newtown/Washington. Nach dem Schulmassaker von Newtown hat sich die US-Waffenlobby für den Einsatz bewaffneter Polizisten vor jeder Schule ausgesprochen. "Das Einzige, was einen bösen Menschen mit Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte der Vizepräsident der national Rifle Association (NRA), Wayne LaPierre, gestern in Washington

Newtown/Washington. Nach dem Schulmassaker von Newtown hat sich die US-Waffenlobby für den Einsatz bewaffneter Polizisten vor jeder Schule ausgesprochen. "Das Einzige, was einen bösen Menschen mit Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte der Vizepräsident der national Rifle Association (NRA), Wayne LaPierre, gestern in Washington. Bei seiner ersten Stellungnahme nach dem Amoklauf in der vergangenen Woche hatte der Verband den Einfluss von Gewaltvideos und -filmen kritisiert.Demonstranten störten die Pressekonferenz mehrfach. Ein Aktivist entrollte ein Banner mit der Aufschrift "Die NRA tötet unsere Kinder", bevor er aus dem Saal gebracht wurde. Auf einem anderen Spruchband war der Satz "Die NRA hat Blut an ihren Händen" zu lesen.

Indes gedachten die Bürger der vom Amoklauf erschütterte Kleinstadt im Bundesstaat Connecticut mit einer Schweigeminute der vor einer Woche getöteten Menschen. Auch im übrigen Bundesstaat und in den USA gab es Schweigeminuten. Um die Tatzeit gegen 09.30 Uhr (15.30 Uhr MEZ) läuteten die Glocken 26 Mal zum Gedenken an die bei dem Schulmassaker erschossenen 20 Kinder und sechs Erwachsenen.

"20 wunderbare Kinder und sechs außergewöhnliche Erwachsene. Gemeinsam werden wir weitermachen und dafür sorgen, dass sich unser Land ihrer würdig erweist", twitterte US-Präsident Barack Obama. Er legte im Weißen Haus eine Schweigeminute ein. In einem Video äußerte der Präsident Verständnis für eine Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses zugunsten eines strengeren Waffenrechts, die mittlerweile fast 200 000 Menschen unterzeichneten. Obamas Frau Michelle Obama richtete einen offenen Brief an die Überlebenden. Darin heißt es unter anderen: "Als Mutter von zwei jungen Mädchen blutet mein Herz für Sie und Ihre Familien."

Auch die große Trauerglocke der Kathedrale von Washington läutete 26 Mal. In dem Gotteshaus versammelten sich Spitzenvertreter der protestantischen, katholischen, jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft. Sie forderten die politischen Verantwortlichen in einer Erklärung auf, schnell zu handeln und im Namen der Toten von Newtown der Waffengewalt ein Ende zu setzen. afp

Auf einen Blick

Die National Rifle Association (NRA) wurde 1871 gegründet und gilt heute als eine der mächtigsten Lobby-Organisationen in den USA. 2011 hatte die nach eigenen Angaben "älteste Bürgerrechtsorganisation" vier Millionen Mitglieder. Jährlich unterrichten 55 000 Ausbilder etwa 750 000 Waffenbesitzer im Umgang mit Gewehren, Pistolen und Munition. dpa