Stiftung Warentest Matratzen im Test 2023: Angaben der Hersteller „stimmen häufig nicht“

Erholsamer Schlaf und weniger Rückenschmerzen – das versprechen viele Hersteller von Matratzen. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer Matratze achten müssen, und welche Matratze Testsieger der Stiftung Warentest ist.

Wendematratzen bei Stiftung Warentest 2023. Abbildung: Eine Frau packt in einem Fachgeschäft eine neue Matratze aus der Verpackungsfolie aus. (Archivbild)

Wendematratzen bei Stiftung Warentest 2023. Abbildung: Eine Frau packt in einem Fachgeschäft eine neue Matratze aus der Verpackungsfolie aus. (Archivbild)

Foto: dpa/Wolfgang Kumm
  • Stiftung Warentest hat sieben Duomatratzen überprüft.
  • Der Testbericht fällt überwiegend positiv aus.
  • Angaben der Hersteller aber „stimmen häufig nicht.“

Für einen erholsamen und guten Schlaf ist vor allem eins wichtig: die richtige Matratze. Die Entscheidung, ob es eine Schaumstoff-, Latex- oder Federkernmatratze wird, ist laut Stiftung Warentest „auch eine Frage der persönlichen Vorliebe“, doch wie sieht es mit dem Härtegrad aus? Wer nicht so recht weiß, ob eine weichere oder härtere Matratze das Richtige ist, hat die Möglichkeit zu einer Duomatratze zu greifen. Der Vorteil: „Ist die härtere Seite zu hart oder die weichere zu weich, müssen Käuferinnen und Käufer die Matratze nicht gleich umtauschen, sondern nur umdrehen.“ Welche für Ihren Körpertyp geeignet ist, hat Stiftung Warentest überprüft.

Liegeeigenschaften und Haltbarkeit im Fokus: So wurde getestet

Insgesamt sieben mittelfeste Duomatratzen wurden von Stiftung Warentest einer kritischen Prüfung unterzogen, darunter zwei Federkern- und fünf Schaumstoffmatratzen. Zu den wichtigsten Bewertungskriterien gehören dabei die Liegeeigenschaften der Matratzen. Diese wurden mithilfe des HEIA-Systems überprüft, das Menschen in vier gängige Körperformen kategorisiert. Somit konnte Stiftung Warentest herausfinden, für welche Körpertypen die jeweilige Matratze geeignet oder ungeeignet ist.

Zusätzlich wurden die Liegeeigenschaften in Rücken- und Seitenlage getestet. Da es sich bei einigen um Duomatratzen mit zwei unterschiedlich harten beziehungsweise weichen Seiten handelt, wurden die Tests für beide Liegeseiten durchgeführt. Auch die Haltbarkeit der Matratzen stand im Fokus des Tests. Hierfür simulierte Stiftung Warentest eine acht-jährige Nutzung mit einer 140 Kilogramm schweren Walze, die 60 000 Mal über die Matratzen rollte. Weitere relevante Aspekte waren unter anderem der Bezug, mögliche Geruchsbelästigung, die Handhabung und die Richtigkeit der deklarierten Angaben.

Stiftung Warentest: Darauf sollten Sie beim Kauf einer Matratze achten

Die Verbraucherorganisation empfiehlt Menschen, die zu vermehrtem Schwitzen neigen, auf ein Federkernmodell zurückzugreifen. Für diejenigen, die häufig frieren, ist eine Schaumstoff- oder Latexmatratze die bessere Wahl. Da eine optimale Liegeposition wichtig ist, um nicht unter Rücken- oder Nackenschmerzen zu leiden, wertete Stiftung Warentest ab, „wenn eine Matratze einen einzigen Körpertyp nicht in jeder getesteten Liegeposition gut abstützt.“ An diesen Körpertypen hat sich die Verbraucherorganisation im Test orientiert:

  • Der H-Typ wird als groß und schwer beschrieben, dabei weist er breite Schulter, einen großen Bauchumfang und ein schmaleres Becken auf.
  • E-Typen gelten ebenfalls als groß und schwer, allerdings sind „Schultern, Bauch und Becken ähnlich breit“
  • Den I-Typ beschreibt Stiftung Warentest als „E-Typ in klein“.
  • Die Körperform A-Typ trifft auf kleine und leichte Menschen zu, die schmale Schultern, ein breites Becken und ein eher geringes Gewicht aufweisen.

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass der Härtegrad einer Matratze und ihre Abstützeigenschaften nicht im Zusammenhang stehen. „Die Liegehärte darf ganz nach Vorliebe und Gemütlichkeit ausgewählt werden“, heißt es im Testbericht, denn „eine weiche Matratze kann der Wirbelsäule genauso gut Halt geben wie eine harte.“

Bekannte Marke ist Testsieger: Diese Matratze kann Stiftung Warentest empfehlen

Bis auf eine Ausnahme schnitten alle Matratzen im Test mit dem Gesamturteil „gut“ ab. Für die Wahl der richtigen Matratze hält Stiftung Warentest fest: „Entscheidend sind Körpergröße und Gewichtsverteilung.“ Am besten schnitt im Testbericht die Matratze Emma 25 Flip für 400 Euro ab. Diese „stützt jeden Körpertyp gut ab und ist sehr robust“. Als günstigere Alternative empfiehlt die Verbraucherorganisation folgendes Modell:

  • „Gut“ (1,9): Sun Garden Memovita V880 für 199 Euro.

Testverlierer und mit „befriedigend“ (2,8) bewertet, ist das Modell Livarno Home 7-Zonen Wendematratze von Lidl. Laut Stiftung Warentest weisen alle getesteten Matratzen eine weichere und härtere Seite auf. Allerdings weiche ein Großteil der deklarierten Härtegradangaben von den tatsächlichen Werten ab.