"Kernprozess des Lebens" entdeckt

"Kernprozess des Lebens" entdeckt

Stockholm. Die diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger haben einen "Kernprozess" des Lebens entdeckt: Die "Übersetzung der Erbinformation in alles Lebendige", wie es das Nobel-Komitee ausdrückte

Stockholm. Die diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger haben einen "Kernprozess" des Lebens entdeckt: Die "Übersetzung der Erbinformation in alles Lebendige", wie es das Nobel-Komitee ausdrückte. Winzige Eiweißfabriken in den Zellen lesen die Information, die in den Genen steckt, und produzieren mit Hilfe dieser Bauanleitung dann etwa Hormone, Verdauungsenzyme oder Muskelbestandteile. Für ihre Arbeiten zur Struktur und Funktion der Eiweißfabriken (Ribosomen) erhalten in diesem Jahr drei Forscher aus Israel und den USA den Chemie-Nobelpreis. Ihre Arbeit hat schon vielen Menschen das Leben gerettet, denn ein großer Teil der Antibiotika basiert auf ihren Erkenntnissen. Die Israelin Ada Jonath (70, Fotos: dpa), die viele ihrer wesentlichen Arbeiten in Deutschland gemacht hat, gilt als Pionierin der Ribosomenforschung. Heute arbeitet die Molekularbiologin am Weizmann-Institut in Rehovot (Israel). " Die anderen Nobelpreisträger, beide US-Bürger, haben als erste die Struktur der zwei Ribosomenbestandteile erkannt: Der gebürtige Inder Venkatraman Ramakrishnan (57), heute am Medical Research Council im britischen Cambridge, analysierte die kleinere, Thomas Steitz (69) von der Yale-Universität in New Haven (USA) die größere Einheit. dpa