1. Nachrichten
  2. Panorama

Kein Platz für Zukunftsängste

Kein Platz für Zukunftsängste

Hamburg. Angst war gestern: Die Bundesbürger starten nach Einschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski (Foto: dpa) hoffnungsvoll und zukunftshungrig ins neue Jahr. Für Krisenstimmung und Zukunftsängste sei 2011 kein Platz mehr, meinte Opaschowski nach der Auswertung mehrerer Repräsentativbefragungen der Stiftung für Zukunftsfragen

Hamburg. Angst war gestern: Die Bundesbürger starten nach Einschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski (Foto: dpa) hoffnungsvoll und zukunftshungrig ins neue Jahr. Für Krisenstimmung und Zukunftsängste sei 2011 kein Platz mehr, meinte Opaschowski nach der Auswertung mehrerer Repräsentativbefragungen der Stiftung für Zukunftsfragen. "Mit dem Wirtschaftsaufschwung und der sinkenden Arbeitslosigkeit geht die Krisenstimmung in Deutschland zu Ende", sagte er. "Die Verbraucher erwarten wieder 'bessere Zeiten' und geben ihr 'Angstsparen' auf: Wenn schon sparen, dann für die eigene Zukunft."

Zunehmen werden nach Ansicht von "Mr. Zukunft" die kleinen Freuden des Lebens vom Ausgehen bis zum Medienkonsum, aber auch größere Ausgaben für Urlaubsreisen. "Im Unterschied zu den Vorkrisenzeiten, in denen man glaubte, sich fast alles leisten zu können, wird jetzt wieder mehr Wert darauf gelegt, was im Leben wirklich wichtig ist und das Leben nachhaltig schöner macht", sagte er. Von Konsumverzicht wollten die Deutschen immer weniger wissen. Dafür umso mehr von der Werthaltigkeit des Konsums wie etwa schöne Dinge kaufen, aber ein "gutes Gewissen" dabei haben. Opaschowski nennt das "Spagat zwischen Ich-Verwöhnung und Welt-Verbesserung".

"Zukunftsoptimismus" dominiert den Umfragen zufolge bei 81 Prozent der Deutschen, bei den unter 34-Jährigen sogar bei 87 Prozent. Doch die Wirtschaftskrise habe die Menschen auch sensibler gemacht, betonte der Wissenschaftler. Mit jeder neuen Konsumausgabe müsse zugleich die Sinnfrage "Wofür das alles?" beantwortet werden. Die veränderten Konsumenten wollten auch Sinn- und Wertsucher sein. "Letztlich geht es um Lebensqualität, um Gesundheit, Glück und soziales Wohlergehen", erklärte Opaschowski. "Das ist gefühlter und nicht nur materieller Wohlstand."

Außerdem haben die Deutschen laut Opaschowski wieder mehr Lust auf Kinder und Familie. "Auch Freunde werden wieder wichtiger, Nachbarschaftshilfen nehmen zu und das freiwillige soziale Engagement wächst", sagte er. "Deutschland wird sozialer. Die Gesellschaft ist nach der Krise eine solidarischere - samt stärkerer Bürger." Aus der Krisenzeit habe sich ein neues Wir-Gefühl für sozialen Zusammenhalt entwickelt. 81 Prozent der Deutschen etwa stehen Nachbarn, Freunden und Verwandten "öfter für Hilfeleistungen zur Verfügung" - von der Beaufsichtigung kleiner Kinder bis zur Altenbetreuung. dpa