Kampusch-Entführer legte bei Freund Lebensbeichte ab

Wien. Der Entführer der Österreicherin Natascha Kampusch (Foto: dpa) soll kurz vor seinem Tod die Tat seinem Freund Ernst H. gestanden haben. Dies habe Ernst H., gegen den inzwischen auch ermittelt wird, am Wochenende bei seiner Vernehmung gesagt, berichtete gestern der Anwalt des Mannes, Manfred Ainedter

Wien. Der Entführer der Österreicherin Natascha Kampusch (Foto: dpa) soll kurz vor seinem Tod die Tat seinem Freund Ernst H. gestanden haben. Dies habe Ernst H., gegen den inzwischen auch ermittelt wird, am Wochenende bei seiner Vernehmung gesagt, berichtete gestern der Anwalt des Mannes, Manfred Ainedter. Das lange Schweigen seines Mandanten erklärt der Anwalt mit der Angst, "mit hineingezogen zu werden". Ihm könnte nun eine Anklage wegen Beihilfe zum Selbstmord drohen. Details wollte der Anwalt nicht bekanntgeben, sein Mandant habe aber den Suizid Priklopils nicht verhindern können.

Wolfgang Priklopil hatte 1998 die damals zehnjährige Kampusch auf dem Schulweg entführt und achteinhalb Jahre in einem Verlies gefangen gehalten. Im August 2006 gelang ihr die Flucht, ihr Entführer warf sich noch am selben Tag vor einen Zug. dpa