Kampf gegen den "großen Drachen" Aids

Kampf gegen den "großen Drachen" Aids

Mexiko-Stadt. In einer viel beachteten Rede auf der internationalen Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt hat der ehemalige US-Präsident Bill Clinton die Immunschwächekrankheit einen "großen Drachen" genannt, der "von Millionen Kämpfern" besiegt werden müsse

Mexiko-Stadt. In einer viel beachteten Rede auf der internationalen Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt hat der ehemalige US-Präsident Bill Clinton die Immunschwächekrankheit einen "großen Drachen" genannt, der "von Millionen Kämpfern" besiegt werden müsse. "Wir wissen, dass noch viel zu tun ist, um die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern zu stärken", sagte Clinton am Montag (Ortszeit) in seinem von tausenden Zuhörern begeistert aufgenommenen Beitrag. Clinton sagte, im Gegensatz zum "mythologischen Drachen", der vom Heiligen Georg, einem "Ritter in glänzender Rüstung" erlegt worden sei, müsse Aids von Millionen und Abermillionen "Fußsoldaten" zur Strecke gebracht werden. Der Kampf gegen Aids müsse mit dem gegen Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten verbunden werden. Der Ex-Präsident betonte, dass sich dank der Clinton-Stiftung, mit der er sich für die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose einsetzt, weltweit 1,4 Millionen Infizierte Medikamente kaufen könnten. Viele Teilnehmer der noch bis Freitag dauernden Welt-Aids-Konferenz setzen auf Clintons Einfluss und Charisma, damit ein leichterer Zugang zu Aids-Medikamenten auch für arme und hungernde Menschen erreicht wird. Eine Studie des Medizinfachmagazins "The Lancet", die gestern auf der Welt-Aids-Konferenz vorgestellt wurde, kritisierte die gängigen Angaben über das Risiko von HIV-Infektionen von Heterosexuellen. Demnach liegt die Infektionsrate bei 1 zu 1000 beim Geschlechtsverkehr eines oder einer Nicht-Infizierten mit jemandem, der HIV-positiv ist. Laut einer Forschergruppe unter Leitung von Kimberley Powers von der University of North Carolina beruhen diese Angaben auf stabilen Partnerschaften mit wenigen Risikofaktoren. Unter anderen Umständen kann sich der Risikofaktor demnach um das Mehrfache oder sogar Hundertfache steigern. Unterdessen forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft auf, mehr Geld in soziale Projekte zu investieren, um weltweit Armut und die Aidsepidemie zu bekämpfen. Er kritisierte vor allem die reichen Staaten, die 1,3 Billionen Dollar für Waffen ausgäben. Wenn diese Gelder für soziale und wirtschaftliche Entwicklungshilfe zur Verfügung stünden, könnten maßgebliche Fortschritte bei der Überwindung von Armut und der Bekämpfung der Seuche Aids erreicht werden.

Die Konferenz in Mexiko-Stadt ist die zweitgrößte Aids-Konferenz seit dem Auftreten der Immunschwächekrankheit 1981. afp

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