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Jury spricht Ex-Filmmogul Harvey Weinstein schuldig

MeToo : Jury spricht Ex-Filmmogul Harvey Weinstein schuldig

Gut zwei Jahre nach dem Start der MeToo-Bewegung durch Vorwürfe gegen Harvey Weinstein hat ein US-Gericht den früheren Filmmogul wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen.

Das teilten die Geschworenen am Montag dem Obersten New Yorker Gericht nach tagelangen Beratungen mit. Weinstein droht nun jahrelange Haft, er muss bis zur Verkündung des Strafmaßes am 11. März in Haft.

Ein Antrag seiner Anwälte, ihn wegen gesundheitlicher Probleme gegen Kaution auf freiem Fuß zu lassen, wurde abgelehnt. Weinstein soll aber in einer Krankenstation untergebracht werden. Weinsteins Anwälte wollen den Schuldspruch anfechten. Seine Chefverteidigerin Donna Rotunno kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an. „Der Kampf ist noch nicht vorbei.“

In dem Vergewaltigungsprozess kam die Jury aus Laienrichtern zu der Entscheidung, den 67-Jährigen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu verurteilen. Nicht schuldig sei Weinstein aber im schwersten Anklagepunkt, des „raubtierhaften sexuellen Angriffs“.

Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem aufsehenerregenden New Yorker Prozess ging es seit Januar aber vor allem um zwei Vorwürfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt haben. Der Prozess gilt als Meilenstein der MeToo-Ära, die von dem Fall ausgelöst wurde.

In den vergangenen Wochen hatte die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren versucht, mithilfe von sechs Hauptzeuginnen in teils drastischer Detailtiefe ein Muster Weinsteins offenzulegen – das eines Mannes, der seine Macht in der Filmindustrie systematisch ausnutzte, um sich junge Frauen gefügig zu machen; eines Mannes, der Frauen für Sex Karrierehilfe versprach und sie bei einem Nein zum Geschlechtsverkehr zwang. Die Verteidigung hingegen hatte den Zeuginnen eine Mitschuld gegeben und Weinstein in einer Opferrolle dargestellt. Frauen hätten ihn über Jahrzehnte wegen seines Einflusses ausgenutzt und seien sich ihrer Handlungen und Signale an ihn bewusst gewesen. Jeglicher Sex habe einvernehmlich stattgefunden.

Der Prozess hatte von Anfang an gegen eine mögliche Vorverurteilung des Angeklagten wegen der breiten gesellschaftlichen Debatte und der intensiven Berichterstattung zu kämpfen. Bei der Auswahl der Geschworenen erklärten sich auffallend viele Kandidaten von vornherein für befangen.

Die juristischen Kämpfe sind für Weinstein auch abseits des New Yorker Verfahrens nicht zu Ende. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort könnte es zu einem Prozess kommen.