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Jubiläumsshow mit Gottschalk im ZDF: 50 Jahre Hitparade als Reise durch ein Kultformat.

Jubiläumsshow im ZDF : 50 Jahre Hitparade als Reise durch ein Kultformat

In der legendären Musiksendung gaben sich die Größen der Schlagerszene einst das Mikro in die Hand. In einer Jubiläumsshow erinnert das ZDF am Samstag an die Hitparade.

(dpa) Das ZDF hat Grund zum Feiern. In der Show „50 Jahre ZDF-Hitparade“ nimmt Thomas Gottschalk die Zuschauer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Kultformats. Gut 30 Jahre lang hat die Sendung ab 1969 die deutsche Musiklandschaft geprägt wie keine andere. Wer sich für Schlager interessierte, kam in der Ära vor YouTube nicht an ihr vorbei. Für die Sänger galt das ebenfalls – egal ob Udo Jürgens oder Nena, Wolfgang Petry oder Nicole, Howard Carpendale oder Trio, Caterina Valente oder Mary Roos. Und sie machte Dieter Thomas Heck, der sie präsentierte, selbst zur Berühmtheit. Das ZDF zeigt die Jubiläumssendung am Samstag um 20.15 Uhr.

Heck, der 2018 starb, ist zum Auftakt in einem Einspieler mit seiner legendären Anmoderation von 1969 zu sehen und zu hören: „Hier ist Berlin. Das Zweite Deutsche Fernsehen präsentiert Ihnen Ausgabe Nummer eins der Hitparade!“ In der Jubiläumssendung dürften sich viele Zuschauer ins elterliche Wohnzimmer von damals zurückversetzt fühlen. Als Kinder und Jugendliche haben sie die „Hitparade“ immer samstags nach dem Baden geschaut, verrieten Fans vor der Aufzeichnung in der zweiten Aprilwoche in Offenburg. Sie seien gekommen, um die Helden ihrer Jugend wiederzusehen. „Wenn wir hier nachher rausgehen, sind wir 20 Jahre jünger“, prophezeite ein 65-jähriger Zuschauer.

Vor einem halben Jahrhundert setzte die Hitparade einen Kontrapunkt zur Beatmusik. „Mister Hitparade“, wie Heck bald genannt wurde, war ein überzeugter Schlagerfan und wollte deutschsprachiger Musik eine Plattform bieten. Die „Hitparade“ war in mehrfacher Hinsicht innovativ: Das Studiodesign war funktional-modern, die Auftretenden wurden nicht kunstvoll in Szene gesetzt, sondern sangen inmitten der Zuschauer live zu Instrumental-Playback, das von einem Pult im Studio gesteuert wurde.

Die Show war auch Abbild der sich wandelnden Musikszene. In den achtziger Jahren öffnete sich die Show englischsprachigen Interpreten und führte Vollplayback ein, bevor das Format in den neunziger Jahren wieder zu deutschem Live-Gesang zurückkehrte. Im Jahr 2000, nach 368 Ausgaben und zwei weiteren Moderatoren – Viktor Worms und Uwe Hübner – war dann Schluss. Gitterrohroptik, Tonmischpult und Klappzahlenuhr – optisch orientiert sich die Jubiläumsshow an den Anfängen der Hitparade, mit einem Unterschied: Gottschalk hat eine halbrunde Couch mitgebracht, die an seine eigene frühere Show „Wetten, dass ..?“ erinnert. Von hier aus führt er gewohnt locker durch den Abend und empfängt Gäste, von denen einige durch die Hitparade einem Millionen-Publikum bekannt wurden.

Ihren ersten Auftritt in der „Hitparade“ hatte Marianne Rosenberg mit 14 Jahren. Danach habe sie in der Schule Autogramme geben müssen, erzählt sie. Michael Holm erklärt, welche Bedeutung die Sendung für die Künstler hatte: Nach einem Auftritt habe sich eine Nummer in der Regel gut verkauft. Auch Howard Carpendale, der 57 Auftritte in der „Hitparade“ hatte, gehört zu den Gästen. Für ihn sei die Sendung immer wie ein Familientreffen gewesen. Wer in dieser Familie das Oberhaupt war, wird ebenfalls deutlich: Dieter Thomas Heck habe man alles zu verdanken, sagt Michael Holm. Die Sendung ist in weiten Teilen eine Verneigung vor dem Moderator mit den unverkennbaren Stakkato-Ansagen.

Thomas Gottschalk (l), der die Jubiläumssendung moderiert, umarmt den US-Sänger David Hasselhoff in der Aufzeichnung der Show. Foto: dpa/Silas Stein

Musik darf beim „Hitparaden“-Geburtstag natürlich nicht fehlen. Howard Carpendale, Marianne Rosenberg und Heino geben ihre Hits zum Besten genauso wie Wencke Myhre, Bonnie Tyler, Bernhard Brink, Nicole, Matthias Reim, David Hasselhoff und weitere. Das Publikum hält es bei den Liedern nicht auf den Plätzen.