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In einer neuen Biografie rechnen Harry und Meghan mit dem Königshaus ab

Abrechnung mit dem Königshaus : Wie zwei Royals nach Freiheit suchen

Ein Buch soll das zerrüttete Verhältnis zwischen Harry und Meghan und dem britischen Königshaus offenlegen. Schon vor Veröffentlichung sorgt die Biografie für Schlagzeilen.

Es war ein Streit unter Brüdern, der unter anderem schlussendlich zum Abschied von Herzogin Meghan und Prinz Harry aus der „Firma“ der Windsors geführt hat. Ende März quittierten die beiden den Dienst im Auftrag der Krone. Beim letzten gemeinsamen öffentlichen Auftritt würdigten sich Harry und sein älterer Bruder William kaum eines Blickes.

Doch loslassen können der 35-jährige Harry und die 38 Jahre alte Meghan offenbar auch in ihrer neuen Heimat im kalifornischen Los Angeles nur schwer. Bereits jetzt sorgt das am 11. August erscheinende Enthüllungsbuch „Finding Freedom“ (auf Deutsch: „Freiheit finden“) über den Austritt von Harry und seiner Ehefrau Meghan aus dem engsten Zirkel des Königshauses für Schlagzeilen. Geschrieben haben es die US-Journalisten Omid Scobie und Carolyn Durand. Sie gehören klar dem Team Harry/Meghan an. Auch wenn die beiden bestreiten, mit den Journalisten zusammengearbeitet zu haben, sind sich britische Experten einig, dass sie gezielt Freunde, Ex-Mitarbeiter und andere Quellen unterrichtet haben und es sich bei dem Werk um eine unautorisierte Biografie des abtrünnigen Paares handelt, das sich ungerecht behandelt fühlt.

In der Times wurden in den vergangenen drei Tagen Auszüge gedruckt. Die Ausschnitte lesen sich wie eine Abrechnung der beiden mit der Königsfamilie, den Palastangestellten, den Medien, der Öffentlichkeit. Nicht einmal Königin Elizabeth II. bleibt Kritik erspart.

Es ist alles wie in den alten Zeiten, möchte man meinen. Im Königshaus Großbritanniens wird wieder schmutzige Wäsche gewaschen. Und wie schon bei Prinzessin Diana kommen die Details mit einem Buch ans Licht. Darin werden Prinz Harry und Herzogin Meghan als unschuldige Opfer von Intrigen der jahrhundertealten Institution und der bösen Presse dargestellt. „Verbittert, neidisch, gemieden“, titelte das Boulevardblatt The Sun über die „Buch-Rache“ von Harry und Meghan. Darin wird etwa detailliert aufgedröselt, wie Meghan sich von Herzogin Catherine im Stich gelassen fühlte.

Das Buch beschreibt auch Harrys Eifersucht auf den älteren Bruder, der als Nummer zwei der Thronfolge nicht nur mit mehr Macht ausgestattet sein, sondern sich als künftiger König auch in einer besseren finanziellen Position befinden soll. Daraus soll Missgunst entsprungen sein. So heißt es, dass der Herzog und die Herzogin von Sussex durch ihre Popularität und ihre Märchenhochzeit „Millionen an Einnahmen“ gebracht hätten, und trotzdem bei wichtigen Terminen zurückstecken mussten hinter Prinz Charles und Camilla sowie Prinz William und Catherine. Sie seien ins Abseits manövriert worden. „Ich habe mein ganzes Leben für diese Familie aufgegeben. Ich war bereit, alles zu tun, was nötig ist“, wird Herzogin Meghan zitiert.

Ob die beiden sich mit ihrem „Evangelium für Meghan und Harry“, wie es Insider bezeichnen, einen Gefallen getan haben, darf zumindest bezweifelt werden. In Großbritannien kommen die Beschwerden und das Nachtreten aus der Ferne jedenfalls alles anderes als gut an. „Vielleicht werden sich die Sussexes erleichtert fühlen, dass nun alles raus ist“, schrieb die Königshaus-Korrespondentin der Sunday Times, Roya Nikkhah. Vielleicht helfe es ihnen, das Kapitel abzuschließen. Und vielleicht werde es auch Geister zur Ruhe setzen und zu gegebener Zeit die Wunden heilen. „Aber war es das wirklich wert?“