"Ich lasse mich einfach mal von mir überraschen"

"Ich lasse mich einfach mal von mir überraschen"

Dein Sieg beim Eurovision Song Contest ist gut zwei Monate her. Wie oft hast du dir das Video deines Auftritts in Oslo seitdem angeschaut?Lena : Ein, zwei Mal.Wirklich nicht öfter?Lena: Naja, ich muss mich jetzt nicht so oft sehen. Ich sehe mich schon genug in Zeitungen oder im Internet.Es gibt mittlerweile auch Lena-Parodien

Dein Sieg beim Eurovision Song Contest ist gut zwei Monate her. Wie oft hast du dir das Video deines Auftritts in Oslo seitdem angeschaut?

Lena : Ein, zwei Mal.

Wirklich nicht öfter?

Lena: Naja, ich muss mich jetzt nicht so oft sehen. Ich sehe mich schon genug in Zeitungen oder im Internet.

Es gibt mittlerweile auch Lena-Parodien. Kannst du darüber lachen?

Lena: Absolut, die finde ich sehr lustig! Mir hat besonders gut die von Katrin Bauerfeind in der Harald-Schmidt-Show gefallen. Und natürlich "Switch" - obwohl ich sagen muss, dass mir die Parodie der Bühnen-Performance viel besser gefällt als die Parodie meiner Person.

Du hast vor kurzem Abitur gemacht. Wie geht es jetzt weiter?

Lena: Es geht weiter, und zwar in erster Linie mit Musik.

Mit Musik? Es hieß, du wolltest auf eine Schauspielschule gehen.

Lena: Das war der Plan, den ich hatte, bevor ich zu "Unser Star für Oslo" gegangen bin. Mein jetziger Plan ist, mich auf die Musik zu konzentrieren, neue Lieder zu schreiben, ein paar Auftritte zu haben, auf Tour zu gehen und so weiter und so fort. Und wenn die Zeit gekommen ist, zum Beispiel nach dem nächsten Eurovision Song Contest, kann man noch mal darüber nachdenken, ob man nicht doch noch an eine Schauspielschule gehen möchte.

Welche Rolle würdest du gerne mal spielen, falls du zur Schauspielschule gehen solltest?

Lena: Ich bin grundsätzlich ein Fan von klassischen Theaterstücken. Wenn ich irgendwann mal in einem Film mitspielen würde, würde ich gerne jemanden spielen, der überhaupt nicht meiner Person entspricht. Ich habe neulich darüber nachgedacht, da ist mir der Film "Gilbert Grape" eingefallen, in dem Leonardo DiCaprio - als er noch ganz jung war - einen Behinderten gespielt hat. Das hat er so unglaublich toll gemacht. Das ist einer meiner Lieblingsfilme.

Strebst du nach deinem Eurovisions-Titel eine langfristige Gesangskarriere an?

Lena: Ich strebe langfristig an, mit dem zufrieden zu sein, was ich mache. Das ist immer davon abhängig, wie der situationsbedingte Gemütszustand ist. Ich lasse mich einfach leiten von meinen Ideen. Ich weiß natürlich jetzt noch nicht, was meine Ideen in einem Jahr sind. Und deshalb lasse ich mich einfach mal selber von mir überraschen.

Nervt dich die Dauer-Beobachtung durch Medien und Öffentlichkeit?

Lena: Nee, bis jetzt noch nicht.

Kannst du ungestört in einer Fußgängerzone shoppen oder in einem Supermarkt einkaufen?

Lena: Das ist gar kein Problem, wirklich nicht. Ich gehe ganz normal einkaufen, und ich gehe ganz normal in die Innenstadt shoppen.

Und wirst alle paar Minuten angequatscht?

Lena: Nein, das ist gar nicht so. Es quatschen mich schon Leute an, und es erkennen mich auch Leute. Aber es ist nicht so krass, wie man sich das vorstellt. Wie viele mich erkennen, kann ich nicht sagen, aber ansprechen tun mich von hundert ungefähr drei.

Deine blonde Perücke zur Tarnung hattest du noch nicht auf?

Lena: Bis jetzt noch nicht.

Nächstes Jahr willst du den Eurovisionstitel verteidigen. In der Fan-Gemeinde sind nicht alle unbedingt der Meinung, dass das die beste Idee war: Wenn du den Titel nicht nochmal nach Deutschland holst, ist der Mythos Lena dahin. Kannst du diese Kritik nachvollziehen?

Lena: Nein. Ich finde, jeder soll das sagen, was er denkt, das ist das gute Recht in unserem Land. Aber ich habe das gemacht, weil ich mich dazu entschieden habe. Ich habe da unendlich viel Bock drauf. Ich mache das einfach, um noch mal dabei zu sein und den Eurovision Song Contest im eigenen Land mitzuerleben. Ich mache mir aber nicht den Riesenstress und sage: Wenn ich nicht gewinne, bricht alles zusammen. So ist es nicht.

Keine Angst, nach dem fulminanten Sieg in diesem Jahr nächstes Jahr nur noch Mittelmaß zu sein?

Lena: Absolut nicht. Ich glaube, dass das Mittelmaß oder der Durchschnitt die Normalität ist. Man vergisst das vielleicht immer, dass Normalsein etwas sehr Gutes ist. Es gibt halt Höhen und manchmal auch ein paar Tiefen, und deshalb mache ich mir gar keinen Stress. Ich bin völlig relaxt, was das Thema angeht.

In der Presse war in den letzten Tagen die Rede davon, dass deine Karriere auf einem absteigenden Ast sei, weil die neue Single "Touch A New Day" - die gestern veröffentlicht wurde - nicht recht zünde und der Kartenverkauf für die Tournee 2011 bislang nur schleppend anlaufe. Hast du die Befürchtung, dass auf den Senkrechtstart ein Karriereknick folgen könnte?

Lena: Absolut nicht. Das ist dasselbe Prinzip der Mittelmäßigkeit, dass Menschen jetzt ausflippen und sagen, die Karriere bricht ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem Erfolg wie "Satellite" die zweite Single nicht genauso einschlagen kann, ist glaube ich, bei 100 Prozent. Deswegen ist das gar kein Problem. Mit den Ticketverkäufen bin ich eigentlich sehr zufrieden, wie sie bisher laufen. Die Tour beginnt ja erst in acht Monaten.

Was verbindet dich mit dem Saarland?

Lena: Ich war mal im Saarland auf Promo-Tour im Radio, das war aber noch vor Oslo.

Sonst irgendetwas?

Lena: Nein, bis jetzt noch nicht. Aber das kann sich ja noch ändern.

Es gibt das Gerücht, dass du Verwandte im Saarland hast?

Lena: Ehrlich? Das ist ja interessant.

Du weißt also nichts von dieser Verwandtschaft?

Lena: Ich äußere mich nicht dazu.

Nicole, die erste und bis zu deinem Sieg einzige deutsche Grand-Prix-Siegerin, kommt aus dem Saarland. Hast du mal Kontakt zu ihr gehabt?

Lena: Nein, bis jetzt noch nicht.