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„Hobbit“ lebte viel früher als bisher angenommen

„Hobbit“ lebte viel früher als bisher angenommen

Der als Hobbit bezeichnete Homo floresiensis hat vermutlich doch nicht zur gleichen Zeit in Südostasien gelebt wie der moderne Mensch. Nach mehrjährigen Analysen datierte ein Forscherteam das Alter der Knochen, die auf der indonesischen Insel Flores entdeckt wurden, nun auf 60 000 bis 100 000 Jahre.

Bislang hatten Wissenschaftler manchen Funden ein Alter von nur 18 000 Jahren zugeschrieben. Dies hatte bei Fachleuten für Erstaunen gesorgt, denn der moderne Mensch erreichte das nahe Australien schon vor etwa 50 000 Jahren. Damit hätten Homo floresiensis und Homo sapiens Zehntausende Jahre in Nachbarschaft gelebt und vermutlich auch Kontakt gehabt. Die ursprüngliche Datierung gehe auf falsche Zuordnung von Erdschichten zurück, schreibt das Team um Thomas Sutikna von der australischen University of Wollongong im Fachblatt "Nature". Demnach hatte sich ein Teil des Höhlenbodens mit jüngerem Erdmaterial gefüllt. Dies sei bei den ersten Ausgrabungen nicht erkannt worden. Auch Experten vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie halten die neue Zuordnung für plausibler.