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Hitze, Gewitter, Waldbrände: So heftig ist der frühe Sommer

Wetter : Der frühe Sommer hat es in sich

Hitze, Unwetter, Brände: Die heiße Jahreszeit ist meteorologisch erst ein paar Tage alt, hält Deutschland aber schon auf Trab.

Strahlender Sonnenschein, aber auch dicke Gewitterluft – Anfang Juni zeigt das frühe Sommerwetter schon ziemlich deutlich, was es alles kann, inklusive Unwetter und Waldbränden. Angesichts starker Wärmebelastung in Teilen Ostdeutschlands sowie am Oberrhein veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag eine Hitzewarnung. Anlass für eine Warnung der Stufe Eins sind gefühlte Temperaturen von 32 bis 38 Grad.

„In den vorangegangenen Tagen war es zwar auch heiß, da sorgten aber noch kühlere Innenräume für einen Abkühlungseffekt“, sagte ein Sprecher. Inzwischen seien die Gebäude teils so erwärmt, dass eine höhere Wärmebelastung wahrgenommen werde, teils sei die Luft feuchter und schwüler. Noch für den Abend rechnete der DWD vor allem im Nordwesten Deutschlands mit unwetterartigen Gewittern.

Während es diesen Mittwoch in den Gewitter-Regionen stark bewölkt mit Temperaturen von 25 bis 29 Grad sein dürfte, rechnen die Meteorologen im Rest des Landes mit viel Sonne und mit 30 bis 35 Grad.

Am Donnerstag soll es dann eine Abkühlung geben. Von Westen her sollen kühlere Luftmassen nach Deutschland strömen: „Dann ist die Gewitter-Luft erst mal raus“, hieß es beim Wetterdienst. Im Westen ist es dann meist trocken bei 19 bis 24 Grad, im Osten klettern die Werte noch einmal auf 24 bis 30 Grad. Am Nachmittag kann es zu teils kräftigen Gewittern und örtlichen Unwettern vom Erzgebirge bis zu Ostsee kommen.

Die ersten negativen Folgen der frühen Hitze sind schon sichtbar, vor allem im Osten. In Brandenburg brannten zwei Waldflächen – bei Jüterbog südwestlich von Berlin sowie östlich der Hauptstadt bei Hennickendorf. Beide Brandorte sind ehemalige Truppenübungsplätze, weswegen die Löscharbeiten schwierig sind, da lagernde Munition explodieren könnte. Das Feuer in Jüterbog weitete sich auf 600 Hektar aus. „Die Lage ist nicht unter Kontrolle“, sagte Kathrin Burghardt von der Stadt am Dienstagmittag. Die Winde drehten ständig. Rund 50 Feuerwehrleute bewachten die Brände über Nacht. In Hennickendorf war das Feuer nach Behördenangaben unter Kontrolle. Nahe der Brandstellen in Brandenburg wurde am Montag die höchste Temperatur ganz Deutschlands gemessen. 35,1 Grad waren es in Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming.

Andere Bundesländer hatten bis in die Nacht zum Dienstag eher mit Gewittern und Regenfällen denn mit Hitze zu kämpfen. Die Gewitterfront, die am Montag über weite Teile Deutschlands zog, hat vor allem in Thüringen und in Südhessen ergiebige Regenfälle gebracht. Mit 46 Litern pro Stunde und Quadratmeter verzeichnet laut Wetterdienst die Messstation in Hohenstein-Breithardt (Rheingau-Taunus-Kreis) die heftigsten Niederschläge. Platz zwei auf der Regenrangliste belegte am Montag mit 41 Litern die Gemeinde Südeichsfeld im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis.

Auch der Raum Pforzheim in Baden-Württemberg erreichte ähnlich hohe Werte. Hier führten die starken Regenfälle zu mehreren umgestürzten Bäumen, überspülten Straßen und einem Hangrutsch.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland war es noch nicht soweit – aber Tief „Gebhard“ kann diesen Mittwoch vereinzelt für Gewitter mit heftigem Starkregen und größerem Hagel sorgen. Vielerorts sollen die Temperaturen wieder bei mehr als 30 Grad liegen.

Während Deutschland schwitzt oder den Schirm braucht, erlebt Australien übrigens einen Wintereinbruch: Bewohner des Bundesstaates Queensland sind zum ersten Mal seit 2015 mit Schnee konfrontiert. Eine Kaltfront erreichte am Dienstag den Osten des Landes. Behörden warnten vor gefährlichen Sturmböen und hohen Wellen.