Gullydeckel-Attacke auf Zug: Lokführer nach DNA-Spur unter Verdacht

DNA-Spur : Gullydeckel-Attacke auf Zug: Lokführer unter Verdacht

Überraschende Wende im Fall der Gullydeckel-Attacke auf einen Zug der Hessischen Landesbahn. Der bei Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen am Steuer der Regionalbahn sitzende Lokführer steht jetzt selbst unter dem Verdacht, die gefährliche Konstruktion an einer Brücke angebracht zu haben.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit.

Vor knapp zwei Wochen war ein Zug der Landesbahn früh morgens gegen zwei Gullydeckel gefahren, die an Seilen von einer Brücke über den Schienen hingen. Der Lokführer hatte auf dieser Strecke den ersten Zug des Tages gesteuert – als unbesetzte Leerfahrt vom nächtlichen Abstellplatz in Erndtebrück zum Startbahnhof Bad Berleburg.

Die Spurenlage deute darauf hin, dass der Mann die beiden massiven Gullydeckel an Seilen und Ketten befestigt und Richtung Gleise hinabgelassen haben könnte, sagte Rainer Hoppmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen, gestern. Mindestens einer davon durchschlug die Windschutzscheibe. „Am Tatort haben wir DNA-Spuren gefunden“, sagte Hoppmann weiter. Der Lokführer, der zunächst in Untersuchungshaft kam, ist wegen mangelnder Fluchtgefahr wieder auf freiem Fuß.

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