Königlicher Nachwuchs: Großbritannien im Prinzen-Fieber

Königlicher Nachwuchs : Großbritannien im Prinzen-Fieber

Die Briten feiern die Geburt des jüngsten Mitglieds der britischen Königsfamilie. Mit Spannung wird erwartet, wie das Baby heißen soll.

Es ist ein Junge! – Dieser Spruch lief gestern auf der 360-Grad-Digitalanzeige des Londoner Fernsehturms hoch über der britischen Hauptstadt Runde um Runde. Kurz nach elf Uhr morgens hatte Herzogin Kate (36), die Frau von Prinz William (35), einen Jungen zur Welt gebracht.

Am Nachmittag ist der Platz vor dem Buckingham-Palast in London voller Menschen, die Fähnchen schwenken oder ganz in einen Union-Jack gehüllt sind, die blau-weiß-rote Fahne des Vereinigten Königreichs. Vor der Geburtsklinik im Stadtteil Paddington haben sich Hunderte Journalisten und Royal-Fans versammelt, um als erste einen Blick auf den kleinen Prinzen zu werfen.

Tony Appleton ist bei solchen Ereignissen stets dabei. Der 82 Jahre alte Fan des Königshauses tritt regelmäßig als königlicher Stadtschreier auf. In seiner 4000-Pfund-teuren Uniform (rund 4500 Euro) und dem Dreispitz sieht er beinahe aus wie ein echter königlicher Beamter. „Jeder schaut zu unserer Queen auf“, sagte er. Sie sei eine wunderbare Person. „Und all die Enkel und Urenkel, wir freuen uns so sehr für sie“.

Kaum etwas sorgt bei den Briten derzeit für so gute Laune wie Neuigkeiten aus dem Königshaus. Ob die geplante Hochzeit von Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36) im Mai, der 92. Geburtstag von Queen Elizabeth II. am vergangenen Wochenende oder die Geburt des jüngsten Prinzen: Im Gegensatz zu den über den Brexit streitenden Politikern in Westminster machen die Royals ihren Landsleuten derzeit ausschließlich Freude. Längst vergessen sind die Tage, als das Haus Windsor mit Eskapaden, Fehltritten und Scheidungen von sich Reden machte. Daran hat die jüngere und jüngste Generation der Royals entscheidenden Anteil. Der kleine Prinz George (4) und seine Schwester Charlotte (2) rufen regelmäßig Entzücken hervor, wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Brüderchen – ein Name ist noch nicht bekannt gegeben – einen ähnlichen Effekt bewirken wird. Für den Namen müssen die Royal-Fans sich wohl noch etwas gedulden – wann das Königshaus bekannt gibt, wie das Baby heißen soll, ist noch nicht klar. Bei den Buchmachern standen zuletzt Arthur, Albert, Frederick, James und Philip hoch im Kurs.

Die betagte Queen schickt ihre Enkel- und Urenkelgeneration inzwischen gerne auf Reisen ins Ausland. Der 96-jährige Prinz Philip hat sich gar ganz zur Ruhe gesetzt und nimmt nur noch sporadisch an offiziellen Terminen teil. Erst im vergangenen Sommer hatten Prinz William und Kate mit ihren Kindern auch Deutschland besucht.

Der zweite in der britischen Thronfolge und seine Frau sind mit ihren Kindern längst zur nationalen Vorzeigefamilie avanciert. Prinz William spricht öffentlich darüber, wie wichtig es ihm ist, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Kate hat sich einen Namen als Super-Mama gemacht, die einerseits liebevoll und pflichtbewusst ist, andererseits aber auch immer gut aussieht und ihren eigenen Modestil pflegt. Sie legt Wert darauf, auch die Kleider für ihre Kinder selbst zu kaufen. Royal-Fans analysieren nach jedem Auftritt in Windeseile, um welche Marken es sich handelt. Die Kleider sind in der Regel im Handumdrehen ausverkauft.

Die Queen hatte bereits in ihrer Weihnachtsansprache Vorfreude geäußert. Ihre Familie werde 2018 Zuwachs bekommen, sagte die Königin in ihrer Rede. Beobachter waren sich einig: Damit meinte sie das dritte Kind von Prinz William und Kate – und Meghan Markle.