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Gericht verhandelt heute im Fall Gäfgen

Gericht verhandelt heute im Fall Gäfgen

Frankfurt/Main. Zehn Jahre nach dem Mord an dem Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler wird heute erneut über eine Entschädigung für den Täter verhandelt. Die Polizei hatte Magnus Gäfgen im Verhör Folter angedroht. Zu dem Zeitpunkt war unklar, ob Jakob noch lebte. Gäfgen gab daraufhin das Versteck mit dem bereits toten Jungen preis

Frankfurt/Main. Zehn Jahre nach dem Mord an dem Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler wird heute erneut über eine Entschädigung für den Täter verhandelt. Die Polizei hatte Magnus Gäfgen im Verhör Folter angedroht. Zu dem Zeitpunkt war unklar, ob Jakob noch lebte. Gäfgen gab daraufhin das Versteck mit dem bereits toten Jungen preis.

Nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts muss das Land dem verurteilten Kindsmörder wegen "schwerer Verletzung der Menschenwürde" eine Entschädigung von 3000 Euro plus Zinsen bezahlen. Gegen diese Entscheidung vom August 2011 ist das Land Hessen in Berufung gegangen - heute wird darüber vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt (OLG) verhandelt. Der inhaftierte Gäfgen wird voraussichtlich dabei sein.

Auf einen vom OLG vorgeschlagenen Vergleich habe sich das Land nicht eingelassen, sagte Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer. Gäfgen sei auch mit 2000 Euro Entschädigung einverstanden und bereit, diese an eine wohltätigen Organisation zu spenden.

Heuchemer strebt noch immer einen Vergleich an, will aber "die Symbolkraft des Landgerichtsurteils retten". Das Innenministerium in Wiesbaden äußert sich zu dem schwebenden Verfahren nicht. In der CDU hieß es jedoch: "Wir machen keinen Vergleich mit einem Kindsmörder." Gäfgen ist 2003 wegen Mordes vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seitdem hat er sich durch alle Instanzen geklagt. dpa

Foto: dpa