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Freispruch für französischen Arzt nach Sterbehilfe

Freispruch für französischen Arzt nach Sterbehilfe

In der südwestfranzösischen Stadt Pau ist ein Krankenhausarzt freigesprochen worden, der sieben Patienten an ihrem Lebensende todbringende Medikamente verabreicht hatte. Dem 53-jährigen Nicolas Bonnemaison hatte wegen „Vergiftung besonders verletzlicher Personen“ eine lebenslange Haftstrafe gedroht.

Der Fall des Arztes hat in Frankreich die Debatte über Sterbehilfe befeuert. Bonnemaison hatte im Krankenhaus der Stadt Bayonne fünf unheilbar kranken alten Männern und zwei Frauen ohne Absprache mit den anderen Ärzten Medikamente verabreicht, die den Tod der Patienten beschleunigten. Er hat dies zugegeben und als seine Pflicht als Arzt bezeichnet. "Nein, Sie sind kein Mörder", sagte Anklagevertreter Marc Mariée. "Sie wollten nichts Schlechtes tun." Als der Vorsitzende Richter gestern den Freispruch verkündete, brach im Gerichtssaal lauter Applaus aus.

In einem weiteren Fall zum Thema Sterbehilfe verfügte Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht am Dienstag, dass die künstliche Ernährung des querschnittsgelähmten Vincent Lambert eingestellt werden darf. Der 38-Jährigen zeige laut Ärzten kaum mehr Bewusstseinsanzeichen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg forderte am Dienstag aber, Lambert vorerst weiter am Leben zu erhalten, wie es dessen Eltern verlangen.