Frauen als Experten sind laut Studie im TV stark unterrepräsentiert

Fehlende Gleichberechtigung : Studie: Fernsehen blendet Frauen ab Mitte 30 aus

Es sind Männer, die im Fernsehen die Welt erklären. Frauen verschwinden ab Mitte 30 meist vom Bildschirm. Kinder wachsen mit einem verzerrten Bild von Weiblichkeit im Fernsehen auf. Das geht aus einer Studie der Universität Rostock hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Die Forscher untersuchten 3500 Stunden Fernsehen aus dem Jahr 2016 sowie 900 deutsche Kinofilme von 2011 bis 2016.

Besonders schlimm sieht es laut der Studie beim Kinderfernsehen aus: „Die Hälfte der weiblichen gezeichneten Figuren ist anatomisch nicht möglich“, sagt die Medienwissenschaftlerin Elizabeth Prommer. Untersucht wurde dafür etwa das Verhältnis zwischen Hüfte und Taille, die oft wie bei einer Sanduhr ultra-dünn ist. Der Untersuchung zufolge sind bei den Tierfiguren 87 Prozent männlich. Und der Frauenanteil bei Experten im Fernsehen liegt im untersuchten Zeitraum bei rund einem Fünftel (21 Prozent). Wenn Männer als Alltagspersonen vorkommen, sind sie mit 57 Prozent deutlich in der Überzahl.

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