Insolvente Warenhauskette Erste Kaufangebote für Galeria – wie es jetzt weitergeht

Die ersten Kaufgespräche für die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sind abgeschlossen – und es gibt wohl eine größere Anzahl an Interessenten. Was das bedeutet und wie es nun weitergeht.

Erste Kaufangebote für Galeria – wie es jetzt weitergeht​
Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Für die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof gibt es die ersten Kaufangebote. „Es liegt eine ganze Anzahl von Angeboten eines internationalen Bieterspektrums vor. Mit denen gehen wir jetzt in die zweite Phase und in Gespräche über mögliche bindende Angebote“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Verkauf soll im April abgeschlossen sein

Denkhaus äußerte sich über den bisherigen Bieterprozess sehr zufrieden. Mögliche Kaufinteressenten sollen etwas mehr Zeit erhalten als geplant. Die Phase für die Abgabe verbindlicher Angebote wird um zwei Wochen verlängert. Diese müssen spätestens bis zum 22. März eingereicht werden. „Wir konzentrieren uns nun vollständig auf Gespräche mit Interessenten, die Galeria als Ganzes erwerben wollen“, sagte Denkhaus. Alle Angebote von Investoren, die nur einzelne Häuser oder eine kleinere Zahl von Standorten übernehmen wollten, seien hinten angestellt. Der Verkauf soll im April abgeschlossen sein.

Laut „Wirtschaftswoche“ soll unter anderem die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo zu den Interessenten zählen. Die Signa-Gruppe, der bisherige Galeria-Eigentümer, hatte 2020 bereits eine Reihe von Warenhäusern an den Finanzinvestor verkauft. Aus dem Umfeld von Apollo hieß es am Donnerstag jedoch, es gebe keine Pläne, weitere Galeria-Filialen oder das Unternehmen als Ganzes zu erwerben.

Galeria im Saarland: Neunkirchen, Saarbrücken Völklingen
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Karstadt und Kaufhof im Saarland

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Foto: Matthias Zimmermann (hgn)

Auch Gespräche mit Vermietern

Denkhaus führt zurzeit nicht nur Gespräche mit möglichen Investoren, sondern auch mit Vermietern der Kaufhäuser. Er will die Mietverträge für einige der Standorte neu verhandeln. Ziel sind marktübliche Mieten von 7 bis 12 Prozent des Umsatzes. In einigen Filialen zahlt das Unternehmen deutlich mehr. Sollte es kein Entgegenkommen geben, hatte Denkhaus auch Kündigungen und Filialschließungen nicht ausgeschlossen.

Galeria hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist für Anfang April vorgesehen. Galeria betreibt derzeit 92 Warenhäuser und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 15 000 Menschen.

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