Erst Franjo, jetzt Verona

Düsseldorf. Nach seiner Verurteilung vor drei Wochen zu einem Jahr auf Bewährung hatte Franjo Pooth noch geseufzt, er sei froh, dass es nun vorbei sei. Als am Dienstagmorgen Ermittler vor der Villa des Glamour-Paars in Meerbusch bei Düsseldorf auftauchten, war klar: Es geht wieder los und womöglich erst richtig

 Die unbeschwerten Zeiten scheinen für das einstige Glamour-Paar Pooth vorerst vorbei zu sein. Foto: dpa

Die unbeschwerten Zeiten scheinen für das einstige Glamour-Paar Pooth vorerst vorbei zu sein. Foto: dpa

Düsseldorf. Nach seiner Verurteilung vor drei Wochen zu einem Jahr auf Bewährung hatte Franjo Pooth noch geseufzt, er sei froh, dass es nun vorbei sei. Als am Dienstagmorgen Ermittler vor der Villa des Glamour-Paars in Meerbusch bei Düsseldorf auftauchten, war klar: Es geht wieder los und womöglich erst richtig. Denn im Fokus der Ermittler steht nun der Star selbst, Werbe-Ikone Verona Pooth, vormals Feldbusch, deren Vermögen auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt wird.

Die 40-Jährige und ihr Manager Alain Midzic werden der Steuerhinterziehung verdächtigt, bestätigen Justizkreise. Offiziell schweigen die Behörden aber beharrlich mit Hinweis auf das Steuergeheimnis. Lediglich die Durchsuchungen bestätigt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" gestern berichtete, soll es um hohe Summen auf Konten in Übersee gehen. Deren Existenz sei dem Finanzamt möglicherweise vorenthalten worden, laute die Arbeitshypothese der Ermittler. Verona Pooth bestreitet in der "Bild"-Zeitung vehement: "Seit 20 Jahren zahle ich brav meine Steuern. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen."

Über den Anfangsverdacht der Ermittler gehen die Spekulationen auseinander: Eine Zeitung schreibt von einem Insider-Tipp, die andere von Hinweisen aus der ersten Razzia im Hause Pooth vor 13 Monaten. Vielleicht ergaben sich auch Widersprüche aus dem Steuerverfahren gegen Franjo Pooth.

Seit dem Fall von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel ist der Wind für Steuersünder deutlich rauer geworden. Vier Millionen Euro waren dem deutschen Staat die Liechtenstein-Dateien wert. Wer prominent ist, muss damit rechnen, dass seine Steuersache zur Abschreckung anderer bekannt wird. Nun also Verona Pooth, auch wenn der Wind diesmal nicht aus Liechtenstein wehen soll.

Ihr Anwalt Benedikt Pauka, der auch Franjo vertrat, verrät bisher nur so viel: Die im Durchsuchungsbeschluss genannten Vorwürfe "erschließen sich mir nicht". Pooth selbst kündigt unterdessen an, die Vorwürfe "zu 100 Prozent zu entkräften". Ähnlich optimistisch hatte sie sich auch im Fall ihres Mannes geäußert.

Überhaupt ist die Frage von Schuld oder Unschuld manchmal eine der eigenen Sichtweise: So hatten die PR-Strategen nach Franjo Pooths Verurteilung verkündet, die Vorwürfe gegen den Pleite-Unternehmer hätten sich "größtenteils nicht bewahrheitet". Dabei waren im Strafbefehl zu den bis dahin bekannten Vorwürfen der Bestechung und der Insolvenzverschleppung noch die der Vorteilsgewährung und Untreue hinzugekommen.

Und Franjo Pooth hatte den Strafbefehl akzeptiert und danach kundgetan, er habe nie jemandem vorsätzlich schaden wollen. Zum Erstaunen der Juristen, denn drei der ihm attestierten Straftaten haben eins gemein: Man kann sie nur vorsätzlich begehen. dpa

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