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Ein verhängnisvolles Manöver

Ein verhängnisvolles Manöver

Bei einer Bundeswehr-Übung prallt ein Kampfjet mit einem Zivilmaschine zusammen. Der Learjet stürzt ab – nur knapp hinter einigen Häusern. Mindestens ein Insasse verliert sein Leben.

Ein verhängnisvolles Manöver

Durch einen lauten Knall werden die Bewohner des beschaulichen Örtchens Elpe bei Olsberg im Sauerland gestern Mittag aus der Ruhe gerissen. In einer Höhe von 3000 bis 5000 Metern hat bei einem Bundeswehr-Manöver ein Kampfjet eine beteiligte Zivilmaschine touchiert. Der Learjet stürzt auf einer Wiese am Ortsrand ab. Die nächsten Häuser sind nur einige Steinwürfe entfernt. Das mit einem Piloten und einem Passagier besetzte Flugzeug geht beim Aufprall in Flammen auf. Mindestens ein Mensch stirbt. Abends finden Ermittler Leichenteile am Wrack.

Die zwei Eurofighter und die zivile Maschine der Gesellschaft für Flugzieldarstellung waren in gemeinsamer Mission am Himmel unterwegs und wollten den Ernstfall simulieren - einer in Not geratenen Maschine zur Hilfe kommen. Doch etwas läuft schief - was, sollen jetzt der General Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung herausfinden.

Direkt nach dem Unglück wird der kleine Ort weiträumig abgesperrt. Hubschrauber kreisen in der Luft, um nach den Insassen zu suchen - für den Fall, dass die beiden sich per Fallschirm aus dem Flugzeug retten konnten.

Im Ort wird nach ersten Angaben von Polizei und Feuerwehr niemand verletzt. Glücklicherweise ist das Flugzeug nach der Kollision noch weiter geflogen und erst hinter den letzten Häusern aufgeprallt. Einige Hundert Meter weiter wohnt Bernd Klauke. Er ist nur Minuten vor dem Absturz an der Unglücksstelle vorbei gefahren. "Dann habe ich einen Knall gehört und die Flammen gesehen. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich später nach Hause gekommen wäre", sagt er. Nicht nur Klauke, sondern alle Einwohner des Örtchens Elpe haben Glück gehabt, denn die Absturzstelle befindet sich nur wenige Meter hinter dem Ortsausgang. Das Bugrad des Fliegers liegt ohne Reifen am Rand einer Weide, einige Meter weiter sind mehrere Haufen verbrannter Wrackteile. Unten im Tal liegt der Rest des Flugzeuges. Auch einige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Ortes werden Wrackteile entdeckt. Sie stammen nach Auskunft der Feuerwehr von dem Kampfjet, der es nach der Kollision noch schwer beschädigt zum Stützpunkt nach Nörvenich bei Köln schafft. Es sei eine Glanzleistung des Piloten gewesen, seine Maschine wieder zurückzubringen, sagt der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31, Oberst Andreas Hoppe. Er ist Chef der Einheit, zu der die beiden Eurofighter gehören.