Ein Fünftel der Deutschen ist nicht gegen Masern geimpft

Ein Fünftel der Deutschen ist nicht gegen Masern geimpft

Die Weltgesundheitsorganisation will die Masern bis 2015 ausrotten. Ob das klappt, ist offen. In Deutschland ist ein Fünftel der Erwachsenen einer repräsentativen Umfrage zufolge nicht gegen das Virus geimpft.

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist einer Umfrage zufolge nicht gegen Masern geimpft. 21 Prozent haben demnach keinen Impfschutz gegen das Virus, zwölf Prozent wissen nicht, ob sie immunisiert wurden. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Für die Ausrottung der Krankheit sind weltweit Quoten von über 95 Prozent nötig. Nicht erfasst wurde, ob die Interviewten schon einmal an Masern erkrankt waren. Nach einer Masern-Infektion ist man in meist immun gegen das Virus.

Erst seit 2001 ist die Krankheit meldepflichtig. Die seitdem registrierten Fälle schwanken von Jahr zu Jahr: 2001 gab es laut Statistik rund 6037 Erkrankte, im vergangenen Jahr wurden nur noch 165 Fälle registriert. 2013 schossen die Zahlen wieder nach oben: Laut einer aktuellen Schätzung des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) waren in diesem Jahr bis zum 14. Juli bereits 1207 Menschen an Masern erkrankt.

Derzeit prüft das Bundesgesundheitsministerium, wie die Ausbreitung der Masern verringert werden kann. In Erftstadt bei Köln musste vor kurzem eine Schule geschlossen bleiben, nachdem dort mehr als zehn Schüler erkrankten. Masern gelten als eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Nach den Ergebnissen der Umfrage sind 76 Prozent der Befragten für eine deutschlandweite Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten. Ärztevertreter und Politiker hatten zuletzt verpflichtende Schutzimpfungen ins Gespräch gebracht. Mediziner empfehlen, Kinder bis zum 23. Lebensmonat zweimal gegen Masern zu impfen, damit der Schutz zuverlässig wirkt. Rund zehn Prozent der 524 befragten Elternteile haben dies nach eigenen Angaben bislang versäumt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Früher sei die Doppel-Impfung unüblich gewesen, Kinderärzte hätten das nicht empfohlen oder sogar abgeraten. Einige der Befragten gaben an, Impfungen für einen "der zahlreichen Irrglauben unserer Wissenschaft" zu halten.

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