Die Queen ist wieder zu Hause

London. Im Londoner Edward-VII.-Krankenhaus würde sich fast eine eigene königliche Abteilung lohnen. Den britischen Royals klebte das gesundheitliche Pech zuletzt ein wenig an den Fersen. Nach ihrem Ehemann Prinz Philip und Prinz Williams Frau Kate war nun die Queen selbst Patientin in der Privatklinik. Elizabeth II. litt an einer hartnäckigen Darmgrippe

London. Im Londoner Edward-VII.-Krankenhaus würde sich fast eine eigene königliche Abteilung lohnen. Den britischen Royals klebte das gesundheitliche Pech zuletzt ein wenig an den Fersen. Nach ihrem Ehemann Prinz Philip und Prinz Williams Frau Kate war nun die Queen selbst Patientin in der Privatklinik. Elizabeth II. litt an einer hartnäckigen Darmgrippe. Nichts wirklich Ernstes, wie der Palast eilig betonte. Gestern konnte die Königin auch schon wieder nach Hause. In einem roten Mantel und frisch frisiert verließ sie das Krankenhaus.Da britische Monarchen nicht wie amerikanische Präsidenten verpflichtet sind, ständig minutiöse ärztliche Bulletins zu veröffentlichen, weiß man nur, dass die Königin nicht bettlägerig ist und sich "allgemein einer guten Gesundheit erfreut". Vor allem die königstreuen Zeitungen auf der Insel fragten dennoch: "Verlangen wir zu viel von ihr?" Noch in der vergangenen Woche verlieh Elizabeth Ehrenmedaillen. Am Freitag - obwohl schon von der Krankheit geschwächt - feierte sie mit einer Hofdame noch ein Dienstjubiläum.

Die Queen wird in Großbritannien meist als hart arbeitende und enorm pflichtbewusste alte Dame dargestellt, die nicht locker lässt und die Fäden in der Hand hält. Allein im vergangenen Jahr hatte sie 425 Termine wahrgenommen, wie die "Times" Anfang des Jahres veröffentlichte. Noch immer empfängt sie jede Woche den Premierminister und arbeitet vorher alle Regierungsakten durch. Großbritannien fragt sich, wie lang die Frau, die seit fast 61 Jahren auf dem Thron sitzt, das noch durchhält.

Gewiss, sie hat eine ganze Heerschar an Dienern und Hofdamen. Selbst dafür, ihre Schuhe einzulaufen, damit Ihre Majestät keine Blasen bekommt, ist jemand da, wie der "Daily Telegraph" aufdeckte. Aber auch, wenn es oft nur darum geht, ins Volk zu winken: Die Queen muss da sein. Fast das ganze Jahr über - sieht man einmal von dem rund dreimonatigen Sommerurlaub im schottischen Balmoral und den rund vier Wochen über den Jahreswechsel ab.

Es ist wohl ziemlich unwahrscheinlich, dass die Queen die Episode im Krankenhaus zum Anlass nimmt, über ihren Rücktritt nachzudenken. Für sie ist ihr Amt "ein Job fürs Leben". Nur wenn sie völlig an der Ausübung ihrer Rolle verhindert sein sollte, kann das Parlament einen "Prinzregenten"- in ihrem Falle Prinz Charles - einsetzen. Ein solcher Fall hat sich jedoch nur ein einziges Mal in der britischen Geschichte zugetragen, als der spätere König Georg IV. ab 1811 bis zum Tod seines geistig umnachteten Vaters Georg III. im Jahr 1820 in Vertretung regierte.