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Die Prinzessin und der Präsident

Die Prinzessin und der Präsident

Paris. Hatte Ex-Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing eine heimliche Liebschaft mit Prinzessin Diana? Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit? Über diese Fragen rätselt ganz Frankreich, seit die Tageszeitung "Le Figaro" gestern vorab exklusiv über den neuen Roman des ehemaligen Staatsoberhauptes berichtete, der Anfang Oktober erscheinen soll

Paris. Hatte Ex-Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing eine heimliche Liebschaft mit Prinzessin Diana? Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit? Über diese Fragen rätselt ganz Frankreich, seit die Tageszeitung "Le Figaro" gestern vorab exklusiv über den neuen Roman des ehemaligen Staatsoberhauptes berichtete, der Anfang Oktober erscheinen soll. In dem Buch geht es um die Liebe zwischen einer englischen Prinzessin und einem französischen Präsidenten namens Jacques-Henri Lambertye, die sich beim Galadiner nach einem G7-Gipfel in London kennenlernen.

Schiefergraue Augen

Als er seinen Stuhl zurückgeschoben habe, damit die Prinzessin ihren Platz einnehmen könne, habe sie ihm "einen Seitenblick" zugeworfen, schreibt der erfundene Staatschef in Ich-Form in dem Buch. Ihr fragender Blick aus "schiefergrauen Augen" traf ihn auch, als er ihre Hand küsste. "Mein Kopf stand in Flammen und mein Herz zitterte vor Glück, als ich in den Elysée zurückkam", lässt Giscard d'Estaing seinen Helden erzählen. Viele Passagen klingen so, als habe der heute 83-Jährige die Romanze selber erlebt, denn Personen, Orte und Äußerungen sind so kenntnisreich beschrieben, dass sich die in den 80er Jahren angesiedelte Geschichte echt anhört.

Allein die Beschreibung Patricias, wie die Adelige in dem Roman "Die Prinzessin und der Präsident" heißt, erinnert auffällig an die verstorbene Diana: Angefangen mit ihrer Schönheit bis hin zu ihrer unglücklichen Ehe. Giscard d'Estaing, der von 1974 bis 1981 Präsident war, lässt seine Romanfigur erklären: "Zwei Wochen vor meiner Hochzeit hat mein künftiger Mann mir gesagt, dass er eine Geliebte hat und entschlossen sei, die Beziehung zu ihr auch nach der Heirat fortzuführen." Die Parallelen zu Prinz Charles, der mit seiner jetzigen Frau Camilla auch während der Ehe mit Diana eine Liebschaft unterhielt, sind verdächtig.

Patricia sei sehr unglücklich gewesen, berichtet der verwitwete Romanheld Lambertye. Sie habe sich deshalb in zahlreiche Affären gestürzt und zudem für wohltätige Zwecke engagiert. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine turbulente Romanze mit heimlichen Treffen.

Auch das Zitat, das Giscard d'Estaing seinem Buch voranstellt, lädt zu Mutmaßungen ein. "Versprechen gehalten" schreibt der Autor und gibt möglicherweise am Ende des Romans einen Wink: "Sie haben mich gefragt, ob Sie Ihre Geschichte niederschreiben dürfen", sagt die Prinzessin da zum Präsidenten. "Ich erlaube es Ihnen. Aber versprechen Sie mir etwas. . ."