Die Laser-Gefahr beim Landen

Die Laser-Gefahr beim Landen

Berlin. "Wie einen Blitz" müsse man sich einen Laserstrahl vorstellen, der frontal auf ein Flugzeugcockpit gerichtet wird, erklärt Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit. Auf deutschen Flughäfen häufen sich Vorfälle, bei denen landende Flugzeuge mit so genannten Laserpointern angestrahlt werden

Berlin. "Wie einen Blitz" müsse man sich einen Laserstrahl vorstellen, der frontal auf ein Flugzeugcockpit gerichtet wird, erklärt Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit. Auf deutschen Flughäfen häufen sich Vorfälle, bei denen landende Flugzeuge mit so genannten Laserpointern angestrahlt werden. Gerade in der Nacht, wenn die Pupillen des Piloten stark erweitert sind, sei dies lebensgefährlich. "Man sieht erst mal nichts mehr", sagt Handwerg, "wie wenn man in einem abgedunkelten Raum sitzt, in dem plötzlich das Licht angemacht wird." Im Cockpit kann dies fatale Folgen haben.

"In den vergangenen Wochen häuften sich die Vorfälle", bestätigt auch Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung. "Wir bewerten das als sehr gefährlich." Ihr seien Meldungen über Blendversuche aus Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Saarbrücken bekannt. Die Piloten melden den Vorfall in der Regel den Fluglotsen, diese schalten die Polizei ein. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung analysiert derzeit einen Fall, bei dem es zu einer "Störung" kam, teilte der Leiter Ulf Kramer mit. Genauere Angaben wollte er nicht machen.

Dummejungenstreich oder schwere Straftat? "Das ist vergleichbar mit den Steinewerfern von Brücken", sagt Kelek. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich bei den Laser-Attacken um gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, die laut Paragraf 315 des Strafgesetzbuchs mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können. Der Landeanflug sei eine der heikelsten Situationen beim Flug, erklärt Handwerg. Dort sei der Pilot in einer "Phase der höchsten Konzentration", bei der kleinsten Ablenkung könne es zu Unfällen kommen. Auch der Autopilot helfe bei der Landung nicht.

Neu ist das Phänomen nicht, vor allem in den USA und in Australien kam es in den letzten Jahren zu unzähligen Vorfällen. Ende der 90er Jahre seien weltweit 40 Fälle gemeldet worden, 2007 waren es schon 600, sagt Handwerg. Oftmals hätten Piloten kurz vor dem Aufsetzen auf der Rollbahn wieder durchstarten müssen, um kein Risiko einzugehen.

Der Anstieg nun auch in Deutschland hänge damit zusammen, dass Laser heute viel einfacher und billiger zu haben seien, so Handwerg. Kleine Modelle in der Größe eines Schlüsselanhängers kosten nur wenige Euro. Sie werden vor allem für Präsentationen verwendet, strahlen aber nicht so intensiv, um Piloten entscheidend zu stören. Stärkere Geräte sind mittlerweile aber auch erhältlich. Weil es schwierig sei, Täter auf frischer Tat zu ertappen, fordert Handwerg, die Verbreitung von gefährlichen Laserstrahlern einzuschränken. Man müsse die Laser einstufen "wie andere Waffen", betont der Pilot, denn "gegen Menschen gerichtet handelt es sich hier definitiv um eine Waffe".

Stichwort

Laserpointer werden meist bei Präsentationen verwendet, um auf Leinwänden in größerer Entfernung exakte Punkte zu markieren. Der Strahl von Laserpointern ist intensiv und kann für das menschliche Auge mit zunehmender Stärke gefährlich werden. dpa

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