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Dicke Luft vor Finale im Streit um Raucher Adolfs

Dicke Luft vor Finale im Streit um Raucher Adolfs

Seit drei Jahren zieht sich der Rechtsstreit um Raucher Adolfs. Nun muss er erneut vor Gericht. Auch zwölf Zeugen sollen angehört werden, um zu klären, ob der Zigarettenqualm unzumutbar ist.

Der spektakuläre Streit um die Mietwohnung von Raucher Friedhelm Adolfs (77) geht in die finale Phase. Heute hat das Düsseldorfer Landgericht zur großen Beweisaufnahme geladen. Zwölf Zeugen wollen die Richter hören, um dann an einem späteren Termin zu entscheiden, ob der Raucher seine Nachbarn in einem Mehrparteienhaus mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt hat. Sollte dies der Fall sein, wird der 77-Jährige seinen Rauswurf kaum noch verhindern können.

Beim letzten Verhandlungstag lag Adolfs nach einem Schlaganfall im Krankenhaus, doch diesmal hat das Gericht sein Erscheinen angeordnet. Die Vermieterin darf der Verhandlung dagegen weiter aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben. Adolfs' Anwalt hatte vor einigen Tagen eine Karte aus dem Ärmel gezogen, die die Position der Vermieterin erschüttern soll. Der Zeuge, der Adolfs mündlich abgemahnt haben will, stehe in einer deutlich engeren Beziehung zur Vermieterin, als er vor Gericht ausgesagt habe. Er habe deswegen Strafanzeige erstattet, sagt Rechtsanwalt Martin Lauppe-Assmann. Der Anwalt hält die Aussage des Mannes für unglaubwürdig: "Kein professioneller Vermieter spricht eine Abmahnung mündlich aus." Ohne vorherige Abmahnung wäre die Kündigung aber unwirksam. Die Vermieterin muss zudem nachweisen, dass die Belästigung durch den Qualm so stark war, dass die Gesundheit der übrigen Menschen im Haus gefährdet wurde. Dies könnte zum entscheidenden Problem werden. "Rauchen darf er. Gewisse Beeinträchtigungen sind hinnehmbar", hatte Richter Rolf Maurer in einem ersten Termin bereits gesagt. Eine kurzzeitige Geruchsbelästigung im Treppenhaus reiche für eine Kündigung nicht aus.

Der Fall beschäftigt die Justiz seit 2013: Zunächst hatte das Amtsgericht den fristlosen Rauswurf des Rentners aus seiner Mietwohnung bestätigt. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Nachbarn habe Vorrang vor dem Recht auf freie persönliche Entfaltung des Rauchers. Im Juni 2014 musste Adolfs die nächste Schlappe verdauen: Das Landgericht schlug sich auf die Seite der Vermieterin und wies seine Berufung zurück. Im Februar 2015 dann die Wende: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete eine Neuauflage an. Doch die Vermieterin betreibt weiterhin die Zwangsräumung der Wohnung, die Adolfs mit Hilfe der Justiz im März abwenden konnte.