Der Mythos "Titanic" soll weiterleben

London/Atlanta. Der Untergang der "Titanic" - bis heute faszinieren der Ozeankreuzer und seine tragische Geschichte die Menschen. Fast genau 25 Jahre nach der Entdeckung der Überreste haben Forscher jetzt eine neue Expedition zur "Titanic" gestartet

 Die 1912 gesunkene "Titanic" liegt in etwa 3800 Meter Tiefe. Forscher wollen jetzt eine dreidimensionale Karte vom Wrack und seiner Umgebung erstellen. Foto: dpa/RMS Titanic/Discovery Channel Online

Die 1912 gesunkene "Titanic" liegt in etwa 3800 Meter Tiefe. Forscher wollen jetzt eine dreidimensionale Karte vom Wrack und seiner Umgebung erstellen. Foto: dpa/RMS Titanic/Discovery Channel Online

London/Atlanta. Der Untergang der "Titanic" - bis heute faszinieren der Ozeankreuzer und seine tragische Geschichte die Menschen. Fast genau 25 Jahre nach der Entdeckung der Überreste haben Forscher jetzt eine neue Expedition zur "Titanic" gestartet. Mit modernster Technik erstellen sie eine Art dreidimensionale Karte des Wracks, um es zumindest digital für die Nachwelt zu bewahren. Denn die "Titanic" wird irgendwann für immer verschwunden sein. "Seit die 'Titanic' vor mehr als 98 Jahren gesunken ist, fressen Mikroorganismen das Metall, aus dem das Schiff gemacht wurde", heißt es von der Firma RMS Titanic. Anfang der 90er Jahre hatte sich das Unternehmen die Rechte an dem Wrack gesichert und hat seitdem mehrere Expeditionen zu ihm organisiert. Bislang wurden dabei vor allem Gegenstände wie technische Gerätschaften, Schmuck und Münzen gefungen. Sie wurden restauriert und zum Teil in Ausstellungen gezeigt, mehr als 5500 sind es mittlerweile. Diesmal ist der Schwerpunkt der Tauchaktionen allerdings ein ganz anderer: Bilder sollen gemacht, akustische Wellen aufgenommen und wissenschaftliche Informationen gesammelt werden. Mitte August begann das Projekt, das im Internet im Detail verfolgt werden kann. Am Ende soll es eine Art Karte von der "Titanic" sowie von dem Gebiet geben, über das der auseinandergebrochene Schiffskörper verteilt ist. Möglich ist das alles erst seit 25 Jahren. Am 1. September 1985 beendete der amerikanische Tiefseeforscher Robert Ballard die jahrzehntelange Suche nach dem Wrack. Der Dampfer, der damals als größter der Welt und als "unsinkbar" galt, war 1912 auf seiner Jungfernfahrt nach New York verunglückt. Von den 2200 Menschen an Bord konnten nur etwa 700 gerettet werden. Ballard und sein Team entdeckten die "Titanic" - dank moderner Technik und viel Ausdauer - in mehr als vier Kilometern Tiefe. "Der erste Blick ließ nicht den geringsten Zweifel", sagte Ballard kurz nach der Entdeckung. Damals hatte er sich gewünscht, dass die "Titanic" vor "Grabräubern" geschützt werden sollte - und damit auch die Sorgen vieler Opfer-Angehörigen ausgedrückt. Die letzte Überlebende der "Titanic"-Katastrophe, Millvina Dean, hatte sich noch kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 dagegen gewehrt, dass Stücke aus dem Wrack geholt werden. "Ich habe immer gehofft, dass man keine Gegenstände vom Schiff bergen wird", sagte die damals 97-Jährige. Sie hatte die Tragödie als Säugling überlebt, ihr Vater war jedoch ertrunken. "Das ist doch ein Grab, mein Vater liegt dort unten!"