Der kleine Nick wird 50

Paris. Er feiert seinen 50. Geburtstag, doch gealtert ist er nicht. Im Gegenteil: Der kleine Nick macht sich nun in dem gerade in Frankreich erschienen Band "Le ballon et autres histoires inédites" fröhlich wie eh und je auf zu neuen Abenteuern

Paris. Er feiert seinen 50. Geburtstag, doch gealtert ist er nicht. Im Gegenteil: Der kleine Nick macht sich nun in dem gerade in Frankreich erschienen Band "Le ballon et autres histoires inédites" fröhlich wie eh und je auf zu neuen Abenteuern. Das Buch mit den zehn bisher unveröffentlichten Geschichten des Kinderbuch-Helden kam pünktlich zum Jubiläum und soll Anfang April bei Diogenes unter dem Titel "Der kleine Nick und sein Luftballon" auch auf Deutsch erscheinen.

Zu verdanken sind die neuen Abenteuer Anne Goscinny, deren Vater René die Geschichten des Schülers mit den abstehenden Ohren einst zusammen mit dem Zeichner Jean-Jacques Sempé erfand. Goscinny, der auch die Texte für die Comic-Helden Asterix und Lucky Luke ersann, starb bereits vor mehr als 30 Jahren. Doch seine Tochter verwaltet seinen Nachlass und fand darin die bisher unbekannten Manuskripte. "Mein Vater war gut organisiert und hat alles geordnet", berichtet sie. "Ich habe die Geschichte schlicht in einem bisher verschlossenen Karton gefunden."

Sempé, der sie bis dahin ebenfalls nicht gelesen hatte, illustrierte sie nun nachträglich - in Farbe. Das sei ganz zauberhaft, meint Anne Goscinny. Sie hatte bereits 2004 und 2006 zwei Bände mit bis dahin unveröffentlichten Geschichten vom "petit Nicolas" herausgebracht. Sie verkauften sich fast eine Millionen Mal.

Paris ehrt den bei Kleinen und Großen beliebten Kinderbuch-Helden und seine Freunde, den ständig hungrigen Otto, den prügelbereiten Franz sowie dem Streber Adalbert, seit diesem Freitag mit einer großen Ausstellung im Rathaus. Dabei ist der Geburtstag des kleinen Nick eigentlich am 29. März, denn damals vor genau 50 Jahren veröffentlichte die Zeitung "Sud Ouest" in ihrer Sonntagsausgabe die erste Geschichte von ihm. Es wurde der Auftakt einer Serie und so folgten in den sechs Jahren danach mehr als 200 Episoden, die in den 60ern als Bücher erschienen und übersetzt in 30 Sprachen weltweit zu Klassikern wurden.

Im Herbst soll der kleine Nick dann auch die Leinwand und den Bildschirm in Frankreich erobern - als Held einer Zeichentrickserie und eines Kinofilms mit echten Schauspielern. Doch es ist nicht das erste Mal, dass der freche Schüler, der für viele der Inbegriff der heilen Welt der 50er Jahre ist, im Kino zu sehen ist. Denn Goscinny und Sempé hatten bereits 1964 das Drehbuch für einen Kurzfilm geschrieben, der die Geschichte des Klassenfotos erzählt.

 In Millionen Kinderzimmern zu Hause: Der kleine Nick mit rotem Luftballon. Foto: IMAV édition/Goscinny-Sempé
In Millionen Kinderzimmern zu Hause: Der kleine Nick mit rotem Luftballon. Foto: IMAV édition/Goscinny-Sempé