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Corona-Krise: Virus lässt Volkskongress in China platzen

Corona-Krise : Virus lässt Chinas Volkskongress platzen

Mit dem Anstieg erfasster Coronavirus-Infektionen auf mehr als 70 000 plant China nun sogar eine Verschiebung der Jahrestagung seines Parlaments. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass die Sitzung des nationalen Volkskongresses verlegt wird.

Das wichtigste politische Ritual des Jahres hätte am 5. März in Peking beginnen sollen. Der Führungskreis des Ständigen Ausschusses halte die Verschiebung des Volkskongresses auf einen angemessenen Zeitpunkt für „notwendig“, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Formell soll der Ausschuss am nächsten Montag da­rüber entscheiden. Rund 6000 Abgeordnete des Volkskongresses hätten aus allen Provinzen in die Hauptstadt kommen müssen. Die ungewöhnliche Verschiebung wurde auch damit begründet, dass viele der Abgeordneten „an vorderster Front“ gegen die Covid-19-Epidemie kämpften.

Nach dem Nachweis einer Infektion unter den Passagieren des Kreuzfahrtschiffs „Westerdam“, die zum Teil nach der Ankunft in Kambodscha schon an Land gegangen waren, sind nach Angaben der Reederei bislang keine Symptome der Covid-19 genannten Lungenkrankheit aufgetreten. Allerdings gibt es eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, bis sich Symptome zeigen, und Infizierte können dann auch schon ansteckend sein. Eine 83-jährige Amerikanerin war bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus gebracht worden. Unter den Reisenden waren laut Reederei auch 57 Deutsche. Einige sind noch an Bord der „Westerdam“, während andere bereits die Heimreise angetreten haben.

Nach der Verbreitung des Virus auf dem seit zwei Wochen im Hafen des japanischen Yokohama unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ holten die USA hunderte Landsleute mit zwei gecharterten Flugzeugen von Bord. Beide landeten am Montag in den USA. Die Betroffenen sollen 14 Tage in Quarantäne. Die Zahl der Infizierten an Bord der „Diamond Princess“ stieg nach offiziellen Angaben bis Montag erneut um weitere 99 auf 454. Die Ergebnisse hunderter weiterer Tests standen noch aus. An Bord sind auch zehn Bundesbürger. Bei zwei von ihnen wurde eine Infektion nachgewiesen.

In Deutschland entspannte sich derweil die Lage: Im pfälzischen Germersheim endete am Sonntag die Quarantäne für rund 120 China-Rückkehrer. In Bayern sind sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus infiziert hatten, wieder zu Hause.