Charlene verzaubert Monaco

Monaco. Für eine Märchenhochzeit kamen die großen Gefühle ein wenig zu kurz. Erst als die standesamtliche und die kirchliche Hochzeit vorbei waren, fiel die Anspannung von der Braut ab. Charlene von Monaco, Ehefrau von Fürst Albert II., brach in Tränen aus, als sie ihren Brautstrauß zu Ehren der Schutzpatronin von Monaco ablegte

 Prinzessin Charlene und Prinz Albert II. nach der Trauungszeremonie - bejubelt von rund 850 geladenen Gästen aus Politik, Showbusiness und Sport. Foto: dpa

Prinzessin Charlene und Prinz Albert II. nach der Trauungszeremonie - bejubelt von rund 850 geladenen Gästen aus Politik, Showbusiness und Sport. Foto: dpa

Monaco. Für eine Märchenhochzeit kamen die großen Gefühle ein wenig zu kurz. Erst als die standesamtliche und die kirchliche Hochzeit vorbei waren, fiel die Anspannung von der Braut ab. Charlene von Monaco, Ehefrau von Fürst Albert II., brach in Tränen aus, als sie ihren Brautstrauß zu Ehren der Schutzpatronin von Monaco ablegte. Albert wirkte verlegen, doch das Volk applaudierte aufmunternd. Auch die öffentlichen Küsse der beiden werden nicht in die Geschichte der leidenschaftlichsten Hochzeitsszenen eingehen.Beim Einzug der Gäste über einen langen roten Teppich brandete immer wieder Beifall auf. Stars aus der Modewelt wie Karl Lagerfeld und Naomi Campbell schritten vorbei, außerdem viele Vertreter des europäischen Adels und zahlreiche Politiker. Die weiblichen Gäste waren gebeten, Hut zu tragen. Das taten die meisten, und zwar in allen Formen und Farben.

Hartnäckig hielten sich Gerüchte, dass sich Charlene kurz vor der Hochzeit trennen wollte, obwohl dies der Palast scharf dementiert hatte. Wollte Charlene wirklich die Feier platzen lassen und nach Südafrika verschwinden? Gab es einen Streit, ausgelöst durch intensiven Vorbereitungsstress? Das perfekt inszenierte, glanzvolle Fest, die wunderschöne Braut mit ihrer 20-Meter-Schleppe, die Staatsgäste und extravagant gekleideten Prominenten - all dies ließ Zweifel am dauerhaften Glück der beiden in den Hintergrund treten.

Monaco wartete lange darauf, dass sich Albert endlich zur katholischen Ehe entschloss - die Voraussetzung für einen legitimen Thronfolger. "Jetzt hoffen wir, dass sie schnell Kinder bekommen", war in Monaco immer wieder zu hören gewesen. Albert (53) hat zwei uneheliche Kinder anerkannt und nicht ausgeschlossen, dass es noch andere geben könnte. Der Fürst und Charlene kennen sich seit elf Jahren.

Aus der Weltklasse-Schwimmerin mit den muskulösen Oberarmen ist eine zarte, zerbrechlich wirkende junge Fürstin geworden, die das strenge Protokoll des Fürstenhauses ganz verinnerlicht hat. In den vergangenen Jahren ist sie Alberts verstorbener Mutter Grace Kelly immer ähnlicher geworden. Ihre blonden Haare trägt sie gern im Nackenknoten. Zudem seien ihre Lippen voller und die Nase feiner geworden, bemerken französische Medien. Von der 33 Jahre alten Charlene wird nun viel erwartet: Sie soll nicht nur den ersehnten Thronfolger auf die Welt bringen. Viele Monegassen hoffen auch, dass sie das Image des Fürstentums und der Grimaldi-Familie aufpoliert. Dem Ministaat haftet immer noch das Image der Steueroase für Superreiche an. Und die Fürstenfamilie lieferte der Presse mit weniger glücklichen Ehen, tragischen Unfällen und mit Alberts unehelichen Kindern reichlich Schlagzeilen. Alberts Schwestern Caroline und Stéphanie haben beide gescheiterte Ehen hinter sich.

Albert hatte seit seiner Amtsübernahme darauf hingearbeitet, Monaco als einen modernen Staat zu präsentieren, der sich nicht zuletzt dem Umweltschutz verschrieben hat. Dabei soll die elegante Charlene ihm nun helfen. Aber wie modern kann eine konstitutionelle Erbmonarchie sein, in der die Staatsangehörigkeit über den Vater vererbt wird? Dass Katholizismus Staatsreligion ist, macht die Sache nicht einfacher. "Sie weiß, auf was sie sich eingelassen hat", meinte eine Monegassin, die die Hochzeit auf einem der Großbildschirme in der Stadt verfolgt hat. "Fürstin sein ist ein Beruf, der einem viel abverlangt." dpa

Hintergrund

Weder eine Kette noch Ohrringe lenkten von ihrem Brautkleid ab: Charlene Wittstock verzichtete am Samstag bei der kirchlichen Trauung bis auf eine auffällige Haarspange - und ihren später angesteckten Hochzeitsring von Monacos Fürst Albert II. - auf Schmuck. Blickfang war ohnehin das von Modeschöpfer Giorgio Armani entworfene Kleid aus weißer Seide, bestickt mit aufwändigen Blumenornamenten. 2500 Stunden Arbeit steckten laut Palast in dem Kleid, 100 davon in den feinen Stickereien auf dem 20 Meter langen Schleier.

 Am Abend wurde in Monaco gefeiert - unter anderem mit einem Feuerwerk. Foto: dpa

Am Abend wurde in Monaco gefeiert - unter anderem mit einem Feuerwerk. Foto: dpa

 Fürstin Charlene und Fürst Albert II. bei der Trauungszeremonie im Innenhof des Grimaldi-Palasts - umgeben von rund 850 geladenen Gästen aus Politik, Showbusiness und Sport. Foto: dpa

Fürstin Charlene und Fürst Albert II. bei der Trauungszeremonie im Innenhof des Grimaldi-Palasts - umgeben von rund 850 geladenen Gästen aus Politik, Showbusiness und Sport. Foto: dpa

 Am Abend wurde in Monaco gefeiert - unter anderem mit einem Feuerwerk. Foto: dpa

Am Abend wurde in Monaco gefeiert - unter anderem mit einem Feuerwerk. Foto: dpa

Das glatt fallende, körperbetonte Kleid zeigte seine Raffinesse vor allem im schulterfreien Carmen-Ausschnitt. Akzente setzten zudem 30 000 vergoldete Perlen, 40 000 Swarowski-Kristalle und 20 000 Perlmuttsteine in Tränenform. afp

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