Ausflug ins All

Als dritter Deutscher ist der Astronaut Alexander Gerst (38) zum Außeneinsatz ins All ausgestiegen. "Let's take a walk on the wild side" (etwa: Lass uns ein Abenteuer wagen), schrieb Gerst kurz vor dem Ausstieg per Twitter an seinen US-Kollegen Reid Wiseman.

Vorsichtig verließen die beiden dann durch eine Luke die Internationale Raumstation ISS , wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa gestern in einer Übertragung im Internet zeigte. Nach gut sechs Stunden sollte der Einsatz zu Ende sein.

Die ersten Minuten nach dem Ausstieg verbrachten Gerst und Wiseman mit der vorgeschriebenen Sicherheitsprüfung. Die Astronauten kontrollierten gegenseitig ihre Raumanzüge - schon ein geringer Defekt ist hochriskant in dem lebensfeindlichen Umfeld. Der Deutsche und der Amerikaner sollten unter anderem Montagearbeiten an einem Roboterarm und an einem defekten Pumpenmodul erledigen. Die Arbeiten gelten auch wegen der Handschuhe aus grobem Stoff als anstrengend. Damit die Leitzentrale die beiden Raumfahrer auf dem Bildschirm gut unterscheiden konnte, trug Wiseman rote Streifen am weißen Raumanzug.

Gerst ist nach Thomas Reiter (2006) und Hans Schlegel (2008) der dritte Deutsche im freien Kosmos. Er arbeitet seit Ende Mai auf der Raumstation und soll im November zurückkehren.