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Angehörige der Loveparade-Opfer fordern OB-Rücktritt

Angehörige der Loveparade-Opfer fordern OB-Rücktritt

Duisburg. In Duisburg hat gestern die erste Sitzung des Stadtrates nach der Loveparade-Katastrophe, bei der 21 Menshcen starben, begonnen. Die SPD-Ratsfraktion hat angekündigt, bei der Sondersitzung einen weiteren Antrag einzubringen, der Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) zum Rücktritt bewegen soll

Duisburg. In Duisburg hat gestern die erste Sitzung des Stadtrates nach der Loveparade-Katastrophe, bei der 21 Menshcen starben, begonnen. Die SPD-Ratsfraktion hat angekündigt, bei der Sondersitzung einen weiteren Antrag einzubringen, der Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) zum Rücktritt bewegen soll. Durch die Initiative solle Sauerland noch vor der Behandlung eines bereits eingereichten Abwahlantrages die politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten, hatte die SPD-Ratsfraktion im Vorfeld erklärt. Die Fraktionen der FDP und der Linkspartei haben angekündigt, dem Antrag zuzustimmen.Vor der Sitzung demonstrierten knapp 100 Duisburger vor dem Rathaus gegen eine Abwahl Sauerlands und für einen Verbleib des umstrittenen Stadtoberhauptes im Amt. Er sei nach wie vor ihr Oberbürgermeister, hieß es auf einem der Transparente. Die Sitzung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Massenpanik. Ein Angehöriger eines Opfers forderte Sauerland auf, Platz für Neuwahlen zu machen, und überreichte ihm eine entsprechende Unterschriftenliste.Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, wäre der Vorgang laut SPD-Ratsfraktion wohl einmalig. Ein vergleichbares Rücktritts-Votum eines Rates an den Oberbürgermeister in einer Großstadt ist laut SPD nicht bekannt. Die SPD verfügt im Rat über 30 Stimmen, die FDP über drei Stimmen. Die Linke hat sechs Sitze. Insgesamt gibt es im Rat 75 Sitze. Für den offiziellen Abwahlantrag, der bereits vor der SPD-Resolution eingereicht worden war, benötigen die Sauerland-Gegner eine Zweidrittelmehrheit von 50 Stimmen. Sauerland lehnt einen Rücktritt seit Wochen ab. In der vergangenen Woche hatte der CDU-Politiker im Innenausschuss des Landtags erneut alle Vorwürfe zurückgewiesen. dapd